der ausergewöhnliche Kulturkosmos in Lärz
Nach zwei Jahren Warten öffnet der Kulturkosmos vom 9. bis zum 11. September wieder seine Tore für das Theaterfestival at.tension und verwandelt das ehemalige militärische Flugplatzgelände in Lärz in einen einzigartigen Theaterkosmos. Es wurde für ein Wochenende zu einem Spielplatz für Erwachsene und für Kinder – kurzum für Alle. Schauspiel, Tanz, Performance, Installation, Musik, Kleinigkeiten, Verrücktes und Sehenswertes galt es zu entdecken. Kulturelles Ereignis und kollektives Abenteuer gingen hier Hand in Hand. Das Programm war so umfangreich und vielfältig wie noch nie. In weit über 100 Vorstellungen präsentierten sich 70 Gruppen und Künstler, die den Kulturkosmos mit seinen Hangars und verschiedenen Orte zu ihrer Bühne machten und bespielten.
Cie. Coliflor: "salir"
4. at.tension Theaterfestival
„Zwei Jahre sind eine lange Zeit, aber die Pause hat der at.tension sehr gut getan.“ Völlig begeistert schlenderten Malte und Jan Hinkel am Wochenende über den ehemaligen Militärflugplatz in Lärz. Die Zeiten der Soldaten und Flugzeuge sind hier bereits seit langem Geschichte. Neben dem Fusionsfestival, das seit 15 Jahren zehntausende Besucher im Sommer nach Lärz zieht, findet hier eben auch ein extravagantes Theaterfestival namens „at.tension“ statt. Dieses Spektakel besuchten neben den beiden Hinkel-Zwillingen aus dem schwäbischen Oberndorf auch über 5000 weitere Festivalfreunde. Das jüngste Event auf dem Kulturkosmosgelände präsentierte ein bislang einmaliges, umfangreiches und zugleich vielfältiges Programm, das in weit über 100 Vorstellungen 70 Gruppen und Künstler darbot. Schauspiel, Tanz, Performance, Musik, Verrücktes und vieles mehr galt es zu entdecken. Mit einem Blick auf die Uhr und in den Festivalguide schlugen Malte und Jan den Weg in Richtung eines neuen und eigens errichteten Theaterzelts ein. „Schade, die Vorstellung läuft bereits.“ Die Astuce et compagnie: „Le roi sans tête“ wollten sich die beiden Jugendlichen anschauen. Das multimediale Theater aus Frankreich brachte zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 400 Gäste zum Lachen und Staunen. Alles, was die Zuschauer hier sahen und hörten, wurde gespielt und war zugleich auch als Film auf einer riesigen Leinwand zu sehen. Für die beiden Brüder blieben diese Szenen zunächst verborgen. Aber das Festivalgelände bot ja noch vieles mehr. So zog es die Schwaben zunächst zum Puppentheater „Herbst und Wuckasch“. Mit den Bremer Stadtmusikanten belustigten hier auf dem Freigelände zwei Puppenspielen Kinder ab fünf Jahren sowie hochbetagte Senioren. Und auch die beiden Teenager hatten sichtlich ihren Spaß. So bot der Kulturkosmos einmal mehr eine individuelle Unterhaltung, die abermals tausende Leute jeden Alters von Freitag bis Sonntag bestens unterhielt.
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das Programm des Theaterfestivals at.tension 2011
nalogtheater: „LULU - Ein deutscher Traum„
performatives Theater | 90 Minuten
Von und mit: Dorothea Förtsch, Giovanna Gilges, Lisa Heck, Lara Pietjou, Daniel Schüssler. Ingmar Skrinjar, Heidulf Sudmöller und Tomasso Tessitori
Die Performance- und Theatergruppe ANALOG (Köln/ Düsseldorf) reduziert Wedekinds 18-Personen-Stück „Lulu„ auf vier Personen in einem performativen Spiel, in dem es keine Gewinner gibt. Unter der Regie von Regisseur und Per-former Daniel Schüßler setzt sich das Ensemble mit der Unspielbarkeit des Stückes und der Suche nach Identität und Freiheit auseinander; im Leben, wie in der Kunst. „Lulu - Ein deutscher Traum„ zeigt ein Spiegelbild, das bisweilen verzerrt ist, den unermüdlichen Kampf des Individuums im festen Glauben, dass eine bessere Welt möglich ist.
Antje Binder: „Rumpelstilzchen„
Puppenspiel | 40 Minuten
Dieses Rumpelstilzchen ist ein seltsamer aber sympathischer Typ, eine Art Me-phisto. Eigentlich will es ganz böse sein, dann aber lässt es sich erweichen, der verzweifelten Müllerstochter Marie in ihrem Verlies dabei zu helfen, Stroh in Gold zu verwandeln. Die Aufführung der Puppenspielerin Antje Binder animiert die kleinen und großen ZuschauerInnen nicht nur durch die erfindungsreiche Geschichte, sondern auch durch das minimalistische Bühnenbild und die einprägsamen Figuren zum Mitmachen und Mitlachen.
Arkeolog 8: „1up„
Tanz | Schweden | 20 Minuten
Von und mit: Josefine Alfredsson, Clara Björck, Camilla Reppen, Camilla Walkov and Tarika Whalberg
Hast du die Kontrolle? Wie viele Leben hast du? Überbietest du den Highscore? Inspiriert durch Videospiele beschäftigt sich 1up mit dem Leben und seinen Hindernissen. Meisterhaft jumpen die 5 schwedischen Tänzerinnen von Level zu Level. Absolut Rekordverdächtig! Arkeolog 8 war die sehenswerte Überraschung im Theaterhangar auf dem diesjährigen Fusion-Festival.
Astuce et compagnie: „Le roi sans tête„
multimediales Theater | Frankreich |
Von und mit: Yves-Marie Gillardeau, Mokhtar El Mokhtari, Bruno Ométak,
Sylvain Praud, Rémy Viville
Selbstverliebt und eingebildet, kennt dieser König keine Gnade. Eines Tages befiehlt er einem seiner Untergebenen ein Nachbarland zu überfallen, um noch reicher zu werden. Dieser weigert sich, wird dafür ins Gefängnis gesperrt und geköpft. Der König lässt den Kopf dahin bringen, von wo niemand je zurückkehrte. Alles, was der Zuschauer sieht und hört, wird gespielt und ist zugleich auch als Film auf einer riesigen Leinwand zu sehen! Ein ganz und gar verrück-tes, lustiges und erstaunliches Schauspiel, das zu einer Entdeckungsreise ein-lädt.
au ments: „MALASOMBRA„
Tanztheater mit Schatten und Objekten | Spanien, Chile | 50 Minuten
Von und mit: Andrea Cruz-Tomeu Gomila, Magda Tomás, Caty Carrasco, Tomeu Gomila.
MALASOMBRA kombiniert Tanz und visuelles Theater und lädt dazu ein, in die dunklen und hellen Seiten der Menschen einzutauchen. Durch die wunderbare Geschichte Peter Schlemihls von Adelbert von Chamisso inspiriert: Ein Liebesroman, wo der Schatten auf der Seele oder das Doppelte etwas Kostbares und teuer ist. Was ist, wenn dieser Schatten gestohlen wird?
Die Inszenierung bindet zudem Elemente aus Videokunst, Objekt- und Schattentheater und experimenteller Rockmusik ein.
Bängditos Theater: „Johnny's Stuntshow„
Aktionstheater | 40 Minuten
Von und mit: Olivier Capelier, Tom Lanzki und Nailor Holmsten
Verpassen Sie auf keinen Fall „Johnny´s Stuntshow“ live aus Las Vegas: atem-beraubende Stunts, brennende Reifen, ein waghalsiger Stuntman. Doch leider haben die beiden Akteure ihre besten Zeiten hinter sich. Mehr als diesen einen Stunt können sie nicht und selbst den beherrschen sie nicht. Ein zweitklassiges Team, das großspurig und voller Enthusiasmus an einer drittklassigen Stuntshow scheitert. Und das Publikum? Hautnah und mitten im Ben-zin wird es Zeuge einer furiosen Stuntshow, die alles bietet – außer dem angekündigten Stunt.
Bruno Pilz: „Lacrimosa„
multimediales Puppentheater | täglich über 5 Stunden
Von und mit: Marjetka Kürner., Lillian Matzke und Bruno Pilz.
Eine audiovisuelle 5 Minutenterrine über das Leben und den Tod, über und Gott und die Welt, über das Fern-, Zurück-, Zusehen und Gesehen werden. Es wird exklusiv als zwei Personen Menü serviert: Als frisches Figurentheaterkonzent-rat, gewürzt mit modernen Projektionstechniken und einer Prise Perspektivenwechsel. Abgeschmeckt und zeitgemäß hervorgezaubert von Bruno Pilz. Bon Appetit!
Cia. La Corcoles: „gris“
Seiltanz, Zirkus | Spanien | 30 Minuten
Von und mit: Andrés Melero, Mariona Moya
„Gris„ ist Tanzzirkus, Ausdrucksbewegung und poetische Performance. Es ist ein Seiltanzsolo, wie man es im Tanztheater findet und erzählt ein innig-graziles Märchen für jedermann. Eine zarte und intime Geschichte auf dem Seil für alle Altersstufen.
Cie. Coliflor: „salir„
Frankreich, Italien, Chile | 70 Minuten
In der Einsamkeit der Nacht, die Melodie hört auf... Eben hier beginnt die Reise in eine Welt der Verwandlungen, vertauschter Erinnerungen und zweifel-hafter Charaktere. In einer unwirklichen und traumhaften Stimmung wird von Akrobaten, Musikern und Fantasiewesen eine Fabel erzählt und mit Livemusik unterlegt.
Cie. D'Icidence: „CHUT!„
Tanz | Frankreich | 60 Minuten
Von und mit: François Daniel, Loïc Esnault, Adrien Levesque, Julien Fihey Cari-ne Fourcade, Gildas Gautier, Hélène L’Hours, Mickaël Papazof, Céline Rouleaud, Mathieu Saget, Marie-Annie Vitard.
Eine Komödie, gemischt mit schwingendem Tanz, in der 11 Künstler mit dynamischer Kraft und Percussion sowie Instrumenten und Gesang die eigentliche Disziplin des Wortschatzes unserer Sprache zu einem Spektakel machen: Die Welt und unser Zeitalter mit ihren Fehlern betrachten, ihre Dramen, im Scherz über ernste Dinge sprechen. Über unsere eigene Lächerlichkeit lachen und von unserer eigenen Poesie träumen! Lachen ist nie umsonst. Chut! Psst! Schluss mit Worten. Halten wir die Welt für ein paar Sekunden an, hören wir in uns hinein und lassen unser Herz wieder einmal sprechen.
Çıplak Ayaklar Kumpanyası: "Mehmet Loves Peace"
Tanz | Türkei | 40 Minuten
Konzeption: Mihran Tomasyan. Performer: Öyküm Erdoğan, Duygu Güngör, Melih Kıraç, Aslı Öztürk, Mihran Tomasyan. Lichtdesign und Technik: Cem Yılmazer. Sound und Videotechnik: Ezgi Kaplan. Technik: Cihan Kuşçu- Tourmanagement: Pınar Başoğlu
Das durch Mehmet Tarhan inspirierte und unvollendete Stück handelt von Mili-tarismus, Gewalt, Verfolgung und Tod durch Kriege. Die Fragen „Wofür und für wen kann man getötet werden?„ und „Wen darf man wofür töten?„werden thematisiert. In einem Land wie der Türkei, wo Gewalt und Nationalismus Aufwind haben, erinnert das Stück und seine ZuschauerInnen daran, was Mehmet einst sagte: „Menschen sterben nicht einfach so.„
Çıplak Ayaklar Kumpanyası: „YOU’RE NOT A FISH AFTER ALL“
Videoperformance | Türkei | 40 Minuten
Konzept/ Umsetzung/ Performance: Mihran Tomasyan. Design: Cem Yılmazer. Poem: Oktay Rifat „Ahmet„. Musik: Mahmut Celalettin, Neva Hicaz Gazel, Rou-ben Hakhverdian, Bzdig Navag (Küçük kayık), Tourmanagement: Pınar Başoğlu
Du kannst versuchen, dem Wasser den Weg abzuschneiden: Du stapelst Sand-säcke oder baust eine Wand davor, aber ganz egal, was du tust, das Wasser findet ein Schlupfloch und fließt ganz frei und unbekümmert durch etliche Hin-dernisse und wird vielleicht matschig. Dieses Stück erzählt die Geschichte von denen, die die Reise des Wassers zu ihrer eigenen machen und die in allerlei Arten von Wasser umherstreifen. Ein Koffer öffnet sich und Dinge kommen zum Vorschein, die ganz sicher ihr eigenes Schlupfloch finden.
Colectivo Oximoron: „LA CHAISE D’ANNIMATION„
Audiovisuelle Entdeckungsreise |Spanien
Von: Aaref Albasha und Mateo Fumero
Der Animationsstuhl ermöglicht das Betrachten einer Abfolge zusammen-gesetzter und bewegter Bilder. Objekte, Malerei und andere Elemente zeigen eine Art surrealistischer Landschaft. Der Betrachter sitzt auf dem Stuhl und kann mit Hilfe einer Kurbel die Geschwindigkeit kontrollieren oder nach Belieben anhalten. Es wird ihm ein individuelles Eintauchen in eine fremde audiovisuelle, organische und lebhafte Welt ermöglicht, die sich kontinuierlich verändert.
Cora Frost: „Brides on the run„
Sa, Aktionen ab ca. 15.30 Uhr | 18.00- 19.30 Caravan of Love | 20.00 Abendtanz So, Aktionen ab ca. 15.30 Gelände. 18.- 19.30 Uhr Caravan of Love. 20.00 Uhr Weihung der Ordensneuzugänge. Abendtanz.
Mit: Cora Frost und Mitgliedern der FrostFamilie - Braut: Cora Jesus Che, Braut Novizin Manne Keil, Braut Novizin Cora Wüthrich, Braut Novizin Chris Scherer
Geh verloren! Werde eine Braut auf der Flucht Novizin. Tritt ein in unseren Orden. Verlier deinen kapitalistischen Boden unter den Füssen, verlier deine Geschlechtergrenzen, deine Familie, verlass dein Haus, dein Haus aus Steinen, aus Stein, die Städte, verlier dich, deinen Namen. Wirf ab, den Ballast, tanz zu den traurigen Liedern des Kapitalismus. Werde ein Nomade, lauf, lauf. Pflanze nackt Radieschen. Tanz. Werde eine Braut auf der Flucht. Amen
David Fernandez: „Contra las cuerdas“
Tanz | Spanien | 20 Minuten
Er spielt das Cello gegen den Rest der Welt. Tanzt gegen Worte, die ihn so viele Male im Stich gelassen haben. Hätte er sich mit allem abgefunden, hätte er nie versucht zu verstehen. Er spielt in Selbstverteidigung. Mit scharfer Munition. Re-Sol-Do! Und sein Körper prallt gegen die vier Saiten. Körper. Atem. Im Park spielende Kinder. Alles ist Cello. Alles.
Fabrik company: „PANDORA 88„
Tanz | 70 Minuten
Von und mit: Andrew Dawson, Wolfgang Hoffmann, Sven Till
Eine 1,5 qm Kiste ist die Bühne. Ein Ort, an dem das Leben der Darsteller zu beginnen und zu enden scheint, dem sie auf Gedeih und Verderb verhaftet sind. Pandora 88 bewegt sich zwischen traumhafter Ruhe und explosiver Kör-perlichkeit in Grenzbereichen von Tanz und Theater. Mit starken Stimmungen, intensiven Bildern und ernsthafter Verspieltheit gleitet das Stück von der Komödie zur Tragödie und zurück und findet sogar Zeit für einen Abstecher ins Weltall.
Figur
ntheater Eigentlich: „Alle seine Entlein„
Kindertheater | 45 Minuten
Von und mit: Kristina Feix und Birte Hebold
Eigentlich will Konrad Entenbraten essen. Doch dann lernt er das Küken Lorenz kennen. Und Lorenz erwählt ihn zu seinem Papa. Erzählt wird eine Geschichte über das Liebhaben, über Füchse und Küken, Kinder und Eltern – ein berührendes und sinnliches Stück Theater, für Einsteiger und uralte Großeltern; auf zauberhafte Weise erzählt mit einfachen und überraschenden Mitteln. Nach dem gleichnamigen, für den Jugendliteraturpreis 2008 nominierten, Kinderbuch von Julia Friese und Christian Duda. Nominiert für den Aargauer Nachwuchs-förderpreis für junges Figurentheater „Grünschnabel“ 2010.
Fil: „Die große Fil & Sharky Show„
Der Ur-Berliner FIL, bekannt als Schöpfer von Didi & Stulle, genießt seit vielen Jahren Kultstatus. Im ironischen Dialog mit dem Handpuppen-Hai SHARKEY entwaffnet der Ex-Punk sein Publikum derart ungereimt, dass den Kritikern die Worte entfallen. Kluge Polit-Comedy und geistreicher Blödsinn ist die Essenz des "Filettantismus".
Florian Feisel: Der Kasper
Kindertheater für Unerschrockene ab 6 Jahren | 50 Minuten
Von und mit: Christoph Bochdansky, Florian Feisel, Anette Geelen Christoph „Mäcki“ Hamann, Antje Töpfer, Camilla Wexels.
Zwischen klassischem Handpuppentheater und digitalem Maskenspiel lotet der Kasper die Spannbreite des zeitgenössischen Figurenspiels aus. Hier mischt sich das traditionelle Ensemble des Kasperspieles mit medialen Bildern der Fernsehwelt – Kasper goes reality tv.
„Feisel hat eine einzigartige Theaterform für sich gefunden, die Schauspiel, Puppentheater und Videoperformance auf neue Art zusammenbringt. Die Figu-ren verschwinden mal im Krokodil und verschieben sich ein andermal in den Fernseher, aber aus dem Gedächtnis verschwinden wird dieser Herzkasper keinem, der in gesehen hat.„ (Arno Löfler im Lichtensteiner Volksblatt, 16.11.09)
Florian Feisel: „Höhenflüge. DER FALL IKARUS„
Performancekraftakt | 60 Minuten
Von und mit: Florian Feisel, Thomas Schiffmacher, Christoph „Mäcki„ Hamann
Die Bühne ist eine surreale Konstruktion aus Glas, Musikinstrumenten und den Lautsprechern eines alten Grammophons. Im Zentrum – ein Metallrad – eben-so Käfig wie Bildergenerator, Metapher, wie sinnlich hartes Pendant zu Florian Feisels Körper. Ikarus ist nicht tot – dies ist die Prämisse der Inszenierung, die auf Festivals in Berlin und im polnischen Bielsko-Biala für Begeisterung sorgte. Allein auf einer Insel lässt er die Geschichte seines vermeintlichen Scheiterns Revue passieren. Was mit einer Auseinandersetzung mit dem übermächtigen Vater beginnt, führt Feisels Ikarus schließlich zu sich selbst. Im Spannungsfeld zwischen gefordertem Gehorsam und verhängnisvoller Freiheit sucht Ikarus tastend, tobend, verzweifelt und zärtlich den schmalen Grat wirklichen Überle-bens.
flunker produktionen: „Garten der Lüste„
Theaterperformance | 30 Minuten
Von und mit: Dirk Baum.
Drei dralle Menschenwesen dringen in einen kleinen Garten ein. Die ganze Woche haben sie geackert und jetzt wird ausgespannt, sich ausgezogen und ausgelassen hingegeben. Das pralle Leben greift um sich und treibt die Dicken von einer Lust in die nächste. Eine üppige Bildersprache, Tanz und Musik formen das clowneske Buffonenspiel. Das Stück ohne Worte begeistert Zuschaue-rInnen jeden Alters – auch Kinder haben ihren Spaß daran!
GROTEST MARU: „Kohlhaas und die umkämpfte Gerechtigkeit„
ortsspezifisches Theater nach Kleistscher Novelle | 60 Minuten
Kreation: Grotest Maru. Von und mit: Ursula Maria Berzborn (DE), Sergio Fer-nandes (PT), Paulina Almeida (PT), Axel Meyer (D), Spyridon Paterakis (GR), Jakob von Recklinghausen (DE), Sergio Goni Serrano (E), Todosch Schlopsnies (DE), Philippa Hill (GB), Barbara Pradzynska (PL) und Eleonora Aira (AR/I).
Was passiert dem Individuum, das durch Ungerechtigkeit erschüttert wird und seine große Liebe verliert? Die Inszenierung zeichnet Kohlhaas’ Weg nach: Vom Privatmann hin zur öffentlichen Figur, die die Staatsmacht im Namen großer Ideale herausfordert. Seine innere Hingabe zu Familie, Frau und gerechtem Leben verwandelt sich in einen nach außen gekehrten Furor gegen alle, die sich ihm und seinem Gerechtigkeitssinn in den Weg stellen. Grotest Maru kreiert Theater im Öffentlichen Raum und bezieht sich dabei auf Bilder-, Objekt- und Körpertheater, ebenso wie auf Installationskunst und Land Art.
Herbst & Wukasch: „Das Katzenhaus„
Puppentheater für Kinder ab 5 | 30 Minuten
Von und mit: Thomas Herbst und Hanno Wuckasch
Die reiche Katze Koschka lebt mit ihrem Diener in einem Prunkschloss. Sie hat all ihre Freunde eingeladen und lässt sich bewundern. Als zwei frierende Kat-zenwaisen bei ihr Unterschlupf suchen, weist sie diese hartherzig ab. Doch des Nachts brennt ihre schöne Villa ab. Wer ihr jetzt wohl hilft? Eine schwungvolle, und gerade wegen ihrer einfachen Mittel, witzreiche Inszenierung des russi-schen Klassikers. Das Märchen in Versen frei nach Samuil Marschak wird musikalisch begleitet von Konzertina, Trommel und Gitarrenklängen.
Kolonastix: „Die fürchterlichen Fünf„
Kindertheater von 4-10 Jahren | 40 min
Von und mit: Jule Torhorst, Angela Hundsdorfer, Florentine Schora
Vier fürchterlich hässliche Tiere leben gemeinsam unter einer Brücke. Kröte, Ratte, Spinne und Fledermaus fühlen sich von den anderen Tieren ausgestoßen und vernachlässigt, sie bemitleiden sich selbst und streiten viel. Bis eines Ta-ges die Hyäne auftaucht und mit ihrer Einstellung alles verändert. Am Ende wird getanzt, gesungen, gefeiert – und der Fuchs vergisst sogar die Gans zu fressen, so wundervoll ist die Nacht unter der Brücke.
La Chouing: „Cendres„
Straßentheater | Frankreich | 45 min
Zwei Brüder, gekleidet in weißen Anzügen und grotesken Hauben, laden die Öf-fentlichkeit zu einer Zeremonie ein. Der Mutter letzten Willen gilt es zu ehren, und so müssen sie die Frauen im Publikum verführen, um eine zur Heirat zu bewegen. Und das ist nicht ganz einfach: mag der eine Pfannkuchen und Schauspieler, kennt der andere die Namen sämtlicher Singvögel. Aber reicht das, um ein Herz zum Schmelzen zu bringen? Nach einigen misslungenen Versuchen wird die einst blütenweiße Kleidung fle-ckig, die lädierten Körper schwacher und schwächer. Und in der kleinen Schatulle im Hintergrund ruht Mutter… Cendres (zu deutsch Asche) ist tragikomisch, dreckig und grandios!
LAUTSTÄRKER IMFUNK: „define: Don Quijote„
Performance |
Konzept und Manifestation : LAUTSTÄRKER IMFUNK Performance
Der Duden definiert einen Don Quijote als weltfremden Idealist. Es ist ein durch übermäßige Lektüre von Ritterromanen übergeschnappter Junker, der im Namen von ritterlichen Werten randaliert, die es weder gab noch gibt und erst
am Ende zu seiner Identität zurück findet. Don Quijote weigert sich zu akzeptieren, dass die Welt ein stinkender Misthaufen, bevölkert von wortbrüchigen Halunken, ist.
Marco Paoletti: „12 pieces of stuff„
Jonglage- Video- Musik Performance | Argentinien, Deutschland |45 Minuten
Von und mit: Marco Paoletti, Christian Kielblock und Milian Vogel
Auf der Suche nach neuen Ideen für seine Jonglage und Performance ist Marco Paoletti auf der ganzen Welt unterwegs gewesen. „12 pieces of stuff„ ist schließlich das poetische Zusammenspiel der Künste Jonglage, Musik und Vi-deo. 12 verschiedene Gegenstände, die meisterhaft geworfen und gefangen werden im Klang der Musik, festgehalten von Livevideoprojektionen.
Masha Qrella und Tilla Kratochwil: „Brokeback Mountain„
Lesung mit Musik | Dauer 60 Minuten
Von und mit: Masha Qrella und Tilla Kratochwil
Wer kennt sie nicht die scheinbar alltäglichen Orte, die durch die Liebe geweiht werden? Der Brokeback Mountain wird im Sommer 1961 zu so einem Ort für die beiden Cowboys Jack und Ennis, die dort oben in der Wildnis einen Sommer lang Schafe hüten und dabei ihre „lebenslängliche„ Leidenschaft füreinander entdecken. Nie wieder werden die beiden dorthin zurückkehren, aber immer mit diesem magischen Ort verbunden sein. Die herausragende Erzählung von Annie S. Proulx erzählt von einer unmöglichen Liebe zwischen Amerikas großen Helden, den Cowboys. Tilla Kratochwil als Ranchhelfer Ennis erzählt und spielt. Masha Qrella als Rodeocowboy Jack singt und spielt Gitarre. Ein Abend über zwei tragische Rebellen der Liebe.
Morbide Mutanten: „Hauptsache es blinkt!„
Musikperformance | 40 Minuten
Von und mit: Aline Bosselmann, Sebastian Kemper, Stella Oppelland, Christian Pohl, Isabel Sovic und Profitlich.
Maschinenlärm, der der Taktgeber des Menschen geworden ist, wird von Lie-besliedern übertönt. Die Morbiden Mutanten versuchen sich diesem Wider-spruch in ihrer Musikperformance zu nähern. Bilder und Musik verschmelzen zu einem audiovisuellen Gesamtbild. Live-Musik trifft auf Soundcollagen. Texte von Adorno auf heilversprechende Hollywoodschlager. Im zynischen Spiel findet eine Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz in einer verwalteten von Zwängen bestimmten Welt statt. Eine Konfrontation mit dem Scheitern der doch so harmonieversprechenden Auswege. Identitäten und Rollen werden hin-terfragt und in einer grotesken Kostümwelt durcheinander gewürfelt und neu verteilt.
My!Laika: „Popcornmachine„
35-40 Minuten
My!Laika spielen in einer Weise die man als spielerischen Fanatismus in einer perspektivisch elektrischen Landschaft bezeichnen könnte. Eine absurde Zukunft koexistiert neben einer unbekannten Vergangenheit. Bühnenästhetik, die die Synapsen anregt, wird von einem Theaterspiel begleitet, das permanent versucht ist, das Herz-Kreislauf-System zu überraschen. Das Stück versteht sich als visuelle Anthologie und versucht die schwache Verbindung zwischen den Dingen und ihren Empfindungen auszuloten. Der Klang einer elektrischen Gitarre schmiegt sich an die Musik einer Nähmaschine. Die Noten eines Klaviers begleiten den Schmerz desjenigen, der die Grenze als überwindbares Hindernis wahrnimmt. Lachen, Applaus und Gänsehaut gibt es für Publikum und Schauspieler gleichermaßen. Das ist Zirkus nach My!Laika.
Nike Herrberg: „Frau Dr. Gerlinde Vornüber„
Komisches Theater | 30 Minuten
Frau Dr. Gerlinde Vornüber ist als Risikopädagogin in allen Fragen des Preka-riats versiert. In ihrem Projekt „Zirkus als Grenzerfahrung„ stellt sie gängige Methoden der Pädagogik auf die
robe, aus hoffnungslosen Fällen braves Hu-mankapital zu formen. Ihren Prototyp hat sie eigens dafür mitgebracht – Kevin.
NORTON.COMMANDER.PRODUCTIONS: „Wolf Boys„
Theaterperformance | 90 Minuten
Von und mit: Harriet Maria und Peter Meining, Otmar Wagner, Ole Wulfers und Nikolaus Woernle
„Es kommt nicht darauf an mit wem du mitgehst, sondern wer dich nach Hause bringt.„ (Prom Night - Das Grauen kommt um Mitternacht).
Die Preisträger des George Tabori Preises widmen sich in ihrer neusten Arbeit dem Phänomen des Horrors. Sie untersuchen die Archetypen Werwolf und Vampir im Neubaugebiet, besingen die genetische Lust und Notwendigkeit des Tötens und lassen sich voller Melancholie durch schwarze Romantik treiben. Sie erzählen im Showformat vom Entsetzen einen unzulänglichen Körper zu haben, von Religionsängsten und Islamophobie, von pädophilen Triebtätern, Eigenblutdoping oder der Angst vor dem Tod. Musikalisch, ironisch und philosophisch nehmen sie dabei unsere Ängste und dunklen Triebe aufs Korn.
Parias: „ Die Welt ist ein Märchen… oder?„
Buffonentheater | 110 Minuten
Von und mit: Odile Almuneau, Caroline Cauville und Rebecca Shein
Wenn drei Buffone ein Publikum finden, erzählen sie nur zu gerne ein Märchen. Und was ist schöner, als ein Märchen zu hören? Diese Geschichten allerdings sind nicht mehr für Kinder. Aschenputtel, Schneewittchen und Rotkäppchen brauchten nur einen Anschub, um ihre dunkle Seite zu enthüllen. Oder einen großen Arschtritt. Gotteslästerer, Zyniker und Provokateure, die Buffone freuen sich sehr darüber, einzugreifen. Die Familie, Gut und Böse, die Stellung der Frauen: Alles, was in unserer schönen Gesellschaft als "normal" gilt, kriegt, durch buffoneske Augen, eine ganz andere Dimension: Unheimlich, grausam und bezaubernd blasphemisch.
pink umbrella company: „camping show„
Zirkus, Akrobatik | Belgien, Deutschland | 30 Minuten
Von und mit: David Vossen und Kaatie Akstinat
Camping Show ist ein herziger Blick in die famose Kultur des Campings – diese unbekannte Parallelwelt. Hier wird sie von Helmut und Jacqueline mit all ihren Angewohnheiten und kleinen Macken, die den Reiz dieser Art zu leben ausma-chen, aufgegriffen. Die Camping show verbindet zeitgenössischen Tanz, Part-ner- und Luftakrobatik und wird von zwei außerordentlichen Charakteren dargeboten, die den Zuschauer mehr sehen lassen als der eigentlich müsste.
Silke Z / Resistdance: „Happy Birthday – it´s a celebration„
Tanztheater | 80 Minuten
Von und mit: Silke Z. und Caroline Simon
Eine Frau feiert Geburtstag. Alles ist vorbereitet, arrangiert, dekoriert und bis ins Detail geplant. Sekt und Bier gekühlt. Musik läuft. Die Gäste können kommen... „Happy Birthday„ ist ein Spiel, dessen Ausgang niemand kennt. Wie bei einem gut gemixten Cocktail werden die gängigen Regeln der Party, sowie die Ge-fühlswelten der Gastgeberin immer wieder neu durchgeschüttelt und durchmischt. So entsteht ein tragikomischer Partymix aus Tanz, Popmusik und Schauspiel. Ein Spiel, das neben dem Zelebrieren des Lebens auch immer von Vergänglichkeit und Einsamkeit erzählt und zwischen Traum und Wunsch, zwischen Euphorie und Katerstimmung schwankt.
Stubengott: „Hamletmaschine„
Maschinentheater | 45 Minuten
Von und mit: Armin Hasert, Emma Juliard, Elias Macke, Andi Schelling, Robert Schirmer, Benny Schröter
Bei dem Ensemble handelt es sich um eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Leuten, die zusammen eine Umsetzung der Hamletmaschine nach Heiner Müller mit der Ausdrucksform des Maschinentheaters erarbeitet haben. Die Idee der Inszenierung ist es, die Hamletmaschine tatsächlich als Maschine um-zusetzen, anstatt den Wunsch Hamlets, eine Maschine sein zu wollen, durch Schauspieler sprachlich in den Raum zu stellen. Die Inszenierung beruht auf einem Wechselspiel von Videoprojektion mit kinetischen Maschinenkörpern. Untermalt werden die Szenen von bizarren Soundcollagen sowie poetischen Lichtkompositionen.
Tanzland Rostock: „scanning„
Tanz | 50 Minuten
Von und mit: Charlotte Behrend, Tabea Franck, Daria Hasse, Frida Maxi Krüger, Sarah-Marie Knippschild, Annabel Kock, Peter Mann, Helene Nozon, Lena Perleth, Ellena Rabe-Maticevic, Lena Schoof, Eileen Timm, Mirjam Perkuhn, Nane Petzold, Maria Zendeh, Inken Wieting.
Ist jemand, der eine interessante Person länger als zwei Sekunden betrachtet, ein Scanner? Das zentrale Thema des Tanzstücks ist Neugier. Mit ihr werden alle Register technischer Errungenschaften gezogen: Anfangs als tolle Handhabe dargestellt, verkommt sie zu einem genialen Instrument für andere mit besonderen Interessen, deren Ziel die Kontrolle unserer Hirne ist. Kontrolle von Men-schen und Medien, der Gesellschaft bis ins Private durch einen undurchsichti-gen und unsichtbaren Apparat, inklusive Erziehung zu willfährigen Patrioten, die mehr Angst als Vaterlandsliebe haben sollen. Mit eindringlichen, mal witzigen, dann wieder magischen und herausfordernden Bildern werden die Verstrickungen zwischen dem Streben nach Sicherheit und grenzenloser Freiheit beschrieben.
Teatro do Mar: „Solum„
Spektakel | Portugal | 80 min| Sa, 24.00 Uhr | Landebahn
Von und mit: Julieta Aurora Santos, Carlos Campos, Luís João Mosteias, Clara Marchana, Ana Pontes, Sérgio Vieira.
SOLUM ist eine wortlose Multimedia Straßentheaterperformance, die in einem einzigen großen Szenenbild, das einem Baum nachempfunden ist, stattfindet. Es vermischt körperliches und visuelles Theater mit Zirkus- und Luftakrobatik, Video und Livemusik. SOLUM konzentriert sich im Wesentlichen auf die menschliche Natur; es stellt die Veränderung unserer kulturellen und emotionalen Herkunft vor dem Hintergrund von Fortschritt und Globalisierung dar. Vom natürlichen zum künstlichen, vom realen zum digitalen Körper, von Ge-meinschaft zur Isolation, von der einstigen Wurzel zu ihrer gegenwärtigen Frucht. SOLUM lässt sich als Allegorie auf den Lebensbaum erkennen, der als Metapher für universales Bewusstsein, als starker Bildner allen Seins steht.
Theatercamp Kulturkosmos: „Geschichten aus dem Neubau„
Jugendtheater | 30 Minuten
Mit: Lisa Bugenings, Naomi, Kimberly Marlow, Sarah Rilke, Louise Tank, Yvonne Jakob, Christina Weber, Hannes und Peter Wilke, Cindy Zimmermann, Elijah Zettl.
Inszenierung: Carolin Lindner und Nina Stemberger.
Amélies Mutter verliert ihre Anstellung als Tierärztin und muss mit ihrer Toch-ter vom eigenen Haus in eine kleine Wohnung im Neubaublock ziehen. Dort ist es laut, eng, ungemütlich und langweilig. Bis sie Thomas kennenlernt und mit alten und neuen Freundinnen Pyjamaparties feiert. 11 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren aus der Region haben sich im diesjährigen Theatercamp auf dem Gelände des Kulturkosmos mit Geschichten aus dem Neubaualltag be-schäftigt, in denen sogar Aliens vom Süßigkeitenplaneten und Neubaupiraten eine Rolle spielen. Ein buntes Stück mit Mitteln des Schatten- und Figurentheaters für jung und alt. Ein Projekt vom Kulturkosmos Müritz e.V.
Theater im Karton: „Geschichten aus der Vorstadt des Universums„
Theater für Kinder ab 4 Jahren von heute und von gestern | 75 Minuten
Mit: Ralf Bartho, Tina Clauß, Theresa Ehrenberg, Johanna Gliesing, Paul Josiger, Henriette Kutscha, Claudia Krüger, Tommy Neuwirth, Leonie Reese, Marcel Schmidt und Cordula Schmitt.
WILLKOMMEN IM GESCHÄFT DER TRÄUME. Im Zusammenspiel von Schauspiel, einem "lebendigen" Bühnenbild, live ge-zeichneter Bildprojektionen vom Polylux und Videosequenzen sowie handgemachter Live Musik entspinnen sich die traumhaften "Geschichten aus der Vor-stadt des Universums" nach Shaun Tan. In Kooperation mit Künstlern der Ar-chitektur und Malerei aus Weimar entstanden, lädt das Stück zu einer Entde-ckung der kleinen Unwichtigkeiten ein: Wale in Pfützen und Riesen in Städten – Geschichten vom Suchen und Finden.
Ton und Kirschen Wandertheater: „König Ubu„
Magisches Bildertheater| 90 min
Von und mit: Margarete Biereye, Thalia Heninger, Richard Henschel, David Johnston, Nelson Leon, Regis Gergouin und Rob Wyn Jones und Daisy Watkiss.
König Ubu, ordinär, feige und tückisch, ist ein barockes Monster: Die gewaltige fleischgewordene Lust am Fressen, Rauben und Morden, die sich schamlos zu sich selbst bekennt. Ubu ist das freigesetzte Ungeheuer, das im Menschen steckt. Der Umgang mit den Ubus dieser Welt, ist immer unbequem. Eher folgt man ihnen, als dass man sie bekämpft. Jarry hat das Böse ins Groteske überzeichnet bis Grauen ins Gelächter umschlägt. Man kann Jarrys Ubu als reine Groteske verstehen, als Spiel um des Spieles willen, als puren Quatsch, über den man lacht – doch meint schon Jarry im Stück: „Was die kleinen Kinder zum Lachen bringt, macht den großen Leuten Angst.„
Vagina Monologe, von Eve Ensler
Szenische Lesung | 60 min
Mit: Joanna Kupnicka, My-Linh Kunst, Nancy Schwade, Nana Bardawilia, Rhada Hammoudah, Michelle Livadiotis, Sarah Klute, Rebecca Solfrian, Sharon Rose, Tricia Patrick und Silke Silk.
Frauen aus unterschiedlichsten Alltagswelten haben sich mit professionellen Schauspielerinnen zusammengeschlossen für eine einmalige deutsch-englische Aufführung der Vagina Monologe von Eve Ensler. V-Day schafft eine breitere Aufmerksamkeit für den Kampf gegen Gewalt ge-gen Frauen und Mädchen, einschließlich Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Inzest, weibliche Genitalverstümmelung und Sexsklaverei. Mit Humor und kritischem Blick führt uns der Text vor Auge, welches Privileg es ist, sich sein Leben frei gestalten zu können. An vielen Orten dieser Welt ist Gleichberechtigung noch eine Utopie.
Vincent de Rooij: „BOOT„/ „BOAT„
Performance | Niederlande | täglich über mehrere Stunden
Mit: Vincent de Rooij, Csilla Lakatos, Daan Mathot, Udo Akemann, Roel Goudsmit
„BOOT„/ „BOAT“ spielt in einem Flugzeug, leider nur noch in einer Hälfte da-von. Nur die Schnauze und die Tragflächen fehlen, ansonsten ist sie Tipp Topp. Ein urkomisches, absurdes Triptychon mit viel Spektakel und unerwarteten Wendungen. Es ist eine metaphorische Performance über Extreme. Über Höhen und Tiefen. Hoffnung und Beklemmungen, Illusionen und den Wahn des Glau-bens. Und welcher Gott bestimmt dein Schicksal? Im Gegensatz zu den Vorgängern „Crash„, „Fly“ und „Track“ funktioniert diese Kurzproduktion ohne Videoarbeit. Sie legt den Fokus auf die Bühne und das Spiel, auf den Szenenwechsel und die optische Illusion.
VON MAGNET: polarized Tanzperformance | Frankreich | 80 Minuten Von und mit: Flore Magnet, DefDef, Hugues Villette, Ti
'o, Lisa May, Séverine Krouch und Nicolas Triouzeau
VON MAGNET präsentiert erstmals seine neue Soundentwicklung, das Cajacuerdas„ - eine Percussionbox, die mit Fußstampfen Saiten in Bewegung setzt. Diese Boxen werden von den Performern bewegt, sie verändern damit den Raum und definieren die Szenerie mit jedem Schritt neu. VON MAGNET träumen von der Existenz anderer möglicher Wege. Schmal und winzig. Diese Gratwanderungen finden auf nahezu unsichtbaren Pfaden statt. Dabei beweist VON MAGNET, dass elektronische Musik ebenso mit flammender Leidenschaft wie mit digitaler Menschlichkeit ausgefüllt werden kann. Zukünfti-ge Wurzeln multikultureller Odysseen werden von Cyber-Sufis und Flamenco-Mutanten ausgekundschaftet.
Anna Tkatch, Robert Liebner: "Fleisch ist besser als Teig"
surrealistische Lesung mit Texten der Petersburger Oberiuten um Daniil Charms | ca. 40 Minuten | Theaterkaraokezelt Fr 22.00
Spiel: Anna Tkatch, Robert Liebner Regie: Ines Geipel
Zwei Tische, Seifenblasen und ein Trockenfisch. Bewegte Worte auf, vor, in und über der Bühne. Auch rückwärts und genau einmal im Galopp. Aber vor allem klar, hell und brunnentief.
Bühne für Menschenrechte: „Die Asyl-Monologe„
Dokumentarisches Theater | 90 Min.
Dramaturgie und Regie: Michael Ruf
Eine Bühne, ein Scheinwerfer, ein Cello, drei SchauspielerInnen, die die Erzähler dreier berührender und ermutigender Biografien sind, und ein Publikum, das darauf vertraut, jetzt nichts anderes zu erleben als die Wahrheit. Die Asyl-Monologe erzählen von Ali aus Togo, von Freunden liebevoll „Präsident„ genannt, Felleke aus Äthiopien, der erst willensstark Abschiebeversuche verhindern muss, um dann einen Menschenrechtspreis überreicht zu bekommen, und Safiye, die nach Jahren der Haft in der Türkei und einer absurden Asylablehnung sich für das Lebensbejahenste überhaupt ent-scheidet: Sie schenkt einem Sohn und einer Tochter das Leben. Die Asyl-Monologe erzählen von Menschen, die Grenzen überwunden, Verbündete ge-funden, ein "Nein" nie als Antwort akzeptiert und unter aussichtslosen Bedingungen immer weiter gemacht haben.
Der Stand der Dinge: „Liebe ist ausverkauft! Im Angebot: Die etwas anderen Blickwinkel...„
Theaterkaraoke
Kommt in unser wunderbares Zelt. Tauscht Worte, lest, übt euch mit vorhan-denen oder selbst kreierten Texten in euren jeglichen Formen, am liebsten auf unserer Open Stage. Bastelt eure Masken in gemütlicher Runde, unter Einfluss pantomimischer, clownziöser, karaokischer Einlagen.
„Was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen, wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Auf welchem Instrument sind wir gespannt? Und welcher Geiger hat uns in der Hand? O süßes Lied.„
Felix Bonowski: „Proximity/Repulsion, andere„
interaktive Videoinstallation | Salon de Baile | draußen | Fr, Sa, So nachts
Die Videoinstallationen von Felix Bonowski laden den Besucher dazu ein, mit dem Körper in Interaktion mit einer minimalistisch-abstrakten virtuellen Welt zu treten und ihre Reaktionen auf eigene Bewegungen und Figuren zu erfor-schen. Die an die Natur angelehnten Bewegungsmuster der dargestellten Materie vermitteln eine Illusion von "berühren können" und ermuntern zu einem poetisches Spiel mit Schatten und Grafik.
Kulturkosmos Müritz e.V.: „Feuergarten„
Installation und Performance des Kulturkosmos Müritz e.V. | 240 min
In einer mehrstündigen Dauerinstallation bespielen die Kulturkosmonauten das Gelände mittels Feuer. Eine nächtlich poetische Verwandlung versteckter Orte und Wege, die am Ende in einem Meer von brennenden Lichtern zum Eintauchen, Verweilen und Träumen einladen. Mit musikalischen Interpretationen.
Jonas Wüstefeld: „Schattenentspinnen„
Installation, Schattenspielen, Erzählen, offener Workshop | Schuhkarton | Fr. ab 18h, Sa/ So. von 16-22h
An Spinnrädern wurden und werden manchmal immer noch viele Geschichten erzählt. An einem Ort wo ein Rad schon seit langen Zeiten dreht, gilt es den Fäden dieser Geschichten zum Leben zu verhelfen. Ein Treffpunkt in den Verwebungen gesponnener Märchen. Zum Vorlesen und Lesen, in einer Spielwiese aus Licht und Schatten. Der Workshop ist an keine festen Zeiten gebunden und jederzeit für jedermann offen.
Percy & Komplizen: „Crossminigolf„
„Bewegung muss sein!„ im öffentlichen Raum und die vorübergehende Aneignung dessen für das Ausleben der eigenen Bedürfnisse. Und was scheint hier geeigneter als das Thema mit'nem Schläger in der Hand anzugehen? Und endlich habt ihr alle die Möglichkeit das weitläufige Gelände vom Kulturkosmos mit Ball und Schläger zu erkunden, indem ihr auf verschiedenen Bahnen verteilt auf dem Gelände zwischen Hangar, Theater und guter Musik eure Fertigkeiten beweist und hoffentlich Jung & Alt was zu lachen bietet.
Räuberhöhle
Neu errichtet, auf alt getrimmt. Dreht sich um Stadt auf dem Land. Vielleicht schon bekannt, weiterhin da. Räuberhöhle. Kneipe, kleine Bühne alles, span-nend. Ab mittags Krach – Ruhe Bier und Puppenspiel. Theater Theater am Tresen und davor. Im Wirbel ländlichen Dramas etwas städtische Ruhe. Das Tagesprogramm findet sich auf den Aushängen/ Schaukästen an der Räu-berhöhle.
Theatergroep Het Meubilair: „Bar in a Box„
Mobile Performance | Niederlande | täglich
Het Meubilair: Merel Kamp, Miranda Kolvoort, Laura Stam
Es ist sauheiß, du hast Durst und die Bar ist in unerreichbarer Ferne. Da schlurft eine Box an Dir vorbei. In großen Lettern prangt „BAR„ darauf. Deine Rettung? Die „Bar in der Box„ ist möglicherweise die beste, sicher aber die kleinste Bar weit und breit. Daher kann auch immer nur einer hinein. Drinnen könnten sich die Dinge allerdings anders entwickeln, als zunächst gedacht …
Cristina Costes: „Performanceworkshop„
10-15 Teilnehmerinnen (Erwachsene) | 120 Minuten
Workshop ist eine Einladung an alle Interessierte, die die Elemente und ein paar grundlegende Werkzeuge für die Kreation einer Performance ausprobieren und kennen lernen wollen. Eine Erforschung der Ausdruckskraft deines Körpers und auch alltäglicher Objekte. Es wird sowohl individuell als auch in der Gruppe experimentiert werden."
"Der Phönix aus dem Müll"
Sonntag 13-15 Uhr vorm Cabaret Hangar
Mit Corinna, Mathias, Stefan und Freunden schaffen Jugendliche und Kinder mit ihren Eltern bezaubernd Neues aus Resten und allem was rumliegt. Scheren, Farben, Nägel, Hämmer und manches Andere haben wir dabei.
Hanno Wukasch: Puppenbau Workshop für Kinder
Sa 10.00-12.00
Puppenbau auf einfache und originelle Weise: Beim Kopf aus dem Material Schaumgummi beginnen wir die Reise, über Augen, Mund zum Hemd oder Kleid (wohin mit meiner Hand?) bis hin zur Gestik, Sprache, Mimik. Kommt und probiert es aus!
Haspler Rostock: Schnupperworkshop Improtheater
Sa 17.00-19.00, So 14.00-16.00 im Casinohangar
Nichts trainiert Kreativität, Sensibilität und Persönlichkeit so sehr wie Improvi-sationstheater. Wir bringen zusammen verschüttete Fantasien und verborgene Kreativität zum Vorschein. Alles mit ganz viel Spaß und Freude! Dieser Schnupperworkshop bietet einen Einblick in Basisübungen des Improvisationstheaters und vermittelt so gleichzeitig unendliche Spielfreude.
Jana Winkel: „Zirkusworkshop für Kinder„
Akrobatik bezeichnet die artistische Bewegungskunst der Zirkusleute. Dieser Workshop ist ein Abenteuerspielplatz für große und kleine Kinder, die Spaß haben an Bewegung und Verrenkung. Anfassen und Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht.
Janine: „Siebdruck Workshop„
Sa. und So. 16.00-18.00 | auf dem Datscha Balkon
Die HERZDRUCKNAHTSTELLE: das "WORK'N'SHIP KOMBINAT" lädt ein... zum fröhlich-kreativen Beisammensein... Wir treiben offenes Atelier + open Siebdruckbude: der Workshop "KLECKERN STATT GLOTZEN". Das wichtigste: Der Workshop heißt DU! Der Workshop heißt DO!
Laura Cristovao: "Hatha-Yoga Workshop "
Datscha | Sa 10.00-11.30
Der Anusara-Stil, ein dynamischer und formender Hatha Yoga Stil, basiert auf einer präzisen Ausrichtung des Körpers. Der Schwerpunkt dieser Praxis: Her-zen öffnen!
Laura Cristovao: „Partner Yoga Workshop„
Datscha | Sa 16.30-18.30
Komm mit oder ohne Partner und lass dich überraschen! Zu zweit sind wir stärker, flexibler und lockerer! Vertraut dem Spiel des Partner Yoga!
Martin Weller: "Contact Impro"
Datscha | maximal 30-40 TeilnehmerInnen | Sa. 12.00-14.00, So. 10.00-12.00
Wir spielen mit unseren Partnern und der Schwerkraft. Mal so ruhig und fließend wie Tai Chi, mal lebhaft und akrobatisch wie Capoeira. Über wandernde Kontaktpunkte wird Gewicht abgegeben oder aufgenommen, immer wieder auf der Suche nach einer gemeinsamen Balance. Vorerfahrung, Sport-lichkeit oder ein Partner sind nicht erforderlich.
Nike Herrberg: Akrobatik Workshop
für Eltern mit Kindern | So 15.00-16.30 | Datscha
Tycho Pfifferling: Swingtanz Crashkurs
Datscha | Sa 14.30-16.00 So 12.30-14.00 | 90 Minuten
Tanzen mit Anfassen! Da geht die Post ab! Es erwartet Euch eine Einführung ins Swingtanzen mit Luise und Tycho. Mit Partner. Es geht aber auch ohne.
Chinawoman
Hinter Chinawoman verbirgt sich Michelle - aufgewachsen im russischen Viertel Torontos, als Tochter einer Kirov Ballerina & eines Ingenieurs aus Leningrad. Klassische europäische Balladendichtung - dekadent, dramatisch & ernsthaft. Der Klang ihrer Lieder vermittelt ein Bild von Schönheit und Schmerz und ist zugleich wunderbar erfrischend gesungen von einer weichen, rauchigen Stimme.
Capitan Tifus
Funk/Reggae/Tango/Rock/Worldmusic/ARG
DJ Delay
Fanfare "Hugo Ferron & the chicken pussies"
Sie sind die Fanfare des Circo Panico. Sie spielen einen Mix aus cumbiagipsyfunk Abenteuern und wollen ihr Partykonzept in jede denk-bare Situation überführen. Im permanenten Aufeinandertreffen mit ande-ren Künstlern geht es stets um die FIESTA. Sie glauben an Hugo Ferron.
Ricoloop: „one.man.jam“
Die spektakuläre Performance des Berliners Ricoloop muss man live erlebt ha-ben. Rico arbeitet mit einer Loopstation. Er spielt verschiedenste Sounds, die er entweder mit seiner Stimme, seiner Gitarre, einem Bass, einer Harmonika, oder sogar pustend in eine Bierflasche erzeugt, in seine Loopstation ein und heraus kommen wunderschöne, organisch klingende Tracks. Er kann unendlich viele layers overdubben, jede spontane Idee aufgreifen um sich selbst live davon inspirieren zu lassen. Ohne Computer, Drum- oder Effektgeräte erschafft Rico unglaubliche Soundcollagen, die eine ganze Band auf der Bühne vermuten lassen...Ricoloop ist aber ein One Man Jam!
The Beez
The Beez haben sich ihr Haus mit anrührenden, albernen, alles und nichts sagenden Pop- und Rocksongs aus aller Welt eingerichtet. Diese Songs kann man allerdings nicht einfach irgendwo kaufen, nein, die vier musikalischenInnenausstatter bearbeiten und verändern sie so lange, bis das unverwechselbare gewisse Etwas, welches das besondere und stilvolle Feng Shui der Beez ausmacht, zum Vorschein kommt. Sie sind auf jeder Art von Bühne oder sons-tigen Präsentationsflächen zu Hause und bei ihren häufigen Umzügen von hier nach da brauchen sie lediglich ihre Stimmen, zwei Gitarren, einen Akustikbass und ein Akkordeon mitzunehmen. Na gut, ein paar Kostüme haben die vier bunt strahlenden mitteljungen Leute meist auch noch im Gepäck.
Tanzworkshop mit U-Site










