Behindertenverband deckt Barrieren auf
Röbel ist unbestritten ein schmuckes und idyllisches Städtchen an der Müritz. Doch wie sehen das Menschen, die sich mit Beeinträchtigungen durch den Erholungsort bewegen? Diese Frage stellte sich der Müritzer Behindertenverband unter Leitung der Verbandsvorsitzenden Hanni Rossek dieser Tage. Um Antworten und Möglichkeiten der Verbesserungen zu finden, organisierte der Behindertenverband einen Stadtrundgang mit Menschen, die ihren Alltag mit Sehbeeinträchtigungen, im Rollstuhl oder anderweitigen Behinderungen bestreiten. „Wir legten ein besonderes Augenmerk auf unüberwindbare Hindernisse und Stolperfallen, die einen Besuch oder Aufenthalt von Behinderten oder Müttern mit Kinderwagen erschweren“, erklärte Hanni Rossek die Aktion, die gemeinsam mit Vertretern der Stadt ausgewertet wurde.
Bereits am Stadthafen, der gleichzeitig Startpunkt für den Rundgang war, wurden einige Mängel aufgedeckt. Zu stellte sich der gepflasterte Vorplatz als große Barriere für Rollstuhlfahre oder Menschen mit Gehhilfen dar. „An der öffentlichen Toilette fehlt ein Hinweisschild für Behinderten-WC“, zählte Hanni Rossek weiter auf. Gut erreichbar ist das Haus des Gastes, das über eine Rampe bis zur Eingangstür verfügt. „Allerdings komme ich nicht in das Obergeschoss“, so Edeltraud Schröder, die an ihren Rollstuhl gebunden ist. Ebenfalls Schwierigkeiten bot der Innenhof der alten Synagoge. Hier haben nicht nur Rolli-Fahrer, sondern auch Blinde und Sehschwache so ihre Probleme in die Ausstellungen zu kommen. Eine unnötige Barriere befindet sich am Rathaus, wo es eine ausgewiesene öffentliche Toilette gibt. „Bis zum Behindertenparkplatz hat es hier gereicht. Doch die Stufen zum WC sind für uns unüberwindbar“, ärgerte sich Edeltraud Schröder. „Aber es gibt auch viele gute Beispiele, denn man sieht, was nach der Jahrtausendwende saniert wurde“, lobte Hanni Rossek die Bauaktivitäten der Stadt Röbel. Aber es gibt hier und da noch Änderungsbedarf, der für ein barrierefreies Röbel erfüllt werden muss. Die nötige fachliche Unterstützung bot der Müritzer Behindertenverband bereits an. So regte er zum Beispiel einen Lift für das Strandbad an. „Dann wäre Röbel die erste Müritzstadt mit einem Zugang für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte zu Badestellen“, erklärte Hanni Rossek.
» Röbel/Müritz, am 10. Mai 2011
Barrieren an öffentlichen Toiletten


