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Anfahren, Beschleunigen und Gefahrenbremsung

Fahrsicherheitstraining Müritz

"Bremsen kann jeder", so ist scheinbar die Aussage der meisten Verkehrsteilnehmer. Doch die Realität sieht oft anders aus. Wie schnell man seinen Pkw im Notfall zum Stehen bekommt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Das haben dieser Tage wieder 13 Frauen und Männer eindrucksvoll bewiesen bekommen. "Die Fahrphysik hat jeder irgendwann mal in der Fahrschule kurz behandelt", erklärte Herbert Saß. "Nun machen wir das in der Praxis." Der Fahrsicherheitstrainer der Müritzer Kreisverkehrswacht begrüßte die Teilnehmer des jüngsten Pkw-Sicherheitstrainings auf dem abgeschiedenen Flugplatz in Lärz. "Hier sollen sie die erlernte Theorie in die Realität umsetzten", stimmte Herbert Saß auf die bevorstehenden Stunden ein. Schnell noch einige Tipps zur richtigen Sitzposition und schon ging es für die Teilnehmer in den eigenen Fahrzeugen zum Start. "Wir fangen sachte an - mit 30 Kilometer pro Stunde", startete Saß die erste Runde. Anfahren, Beschleunigen und Gefahrenbremsung lautete die erste Aufgabe. Eigentlich einfach, doch viele Kursteilnehmer trauten sich wohl nicht richtig "in die Eisen zu gehen". "Es ist ein großer Unterschied zwischen Gefahrenbremsung und Anhalten", betonte der Trainer, der gleich die zweite Runde mit 50 km/h einläutete. Nicht wesentlich schneller, aber für die Bremseigenschaften bereits extrem. Nahezu doppelt so lange zog sich der Bremsweg der Pkws. "Ihr könnt mal gespannt sein, wie das nachher auf nasser Strecke ist", blickte Herbert Saß bereits auf die zweite Einheit. Besonders auffällig zeigte sich hier das einzige Fahrzeug ohne ABS. "Seht ihr den Unterschied?" Erstaunte, teilweise geschockte Gesichter der Teilnehmer ließen erahnen, "das hätte keiner gedacht", was einige Regentropfen bereits bewirken. "Jetzt probieren wir es mit Bremsen und gleichzeitigem Ausweichen." Mit jeder Übung wurde den Teilnehmern einiges an Fahrkönnen mehr abverlangt. Aber trotz aller Anspannung gefiel es allen Teilnehmern, denn hier konnten nicht nur die persönlichen Fahrzeuge ausgetestet, sondern auch das eigenen Fahrkönnen ausgetestet werden. Durch jene Kurse, die durch die Kreisverkehrswacht individuell ab zehn Teilnehmern angeboten werden, werden die Straßen durch bessere Fahrer wieder ein wenig sicherer.

» Lärz, am 28.05.2011