Müritzer Feuerwehrmann dringend tatverdächtig
Die Vermutungen vieler Penzliner und die Befürchtung der Freiwilligen Feuerwehr der kleinen Stadt im Osten des Müritzkreises haben sich jetzt wohl bestätigt. Der Feuerteufel von Penzlin, der für die Brandserie zu Ostern verantwortlich sein soll, ist ein Mitglied der Feuerwehr Penzlin. Gerade mal 18 Jahre jung und für fünf Gebäudebrände in der Gemeinde Penzlin verantwortlich – so die Begründung des vorläufigen Haftbefehls, der nun das Amtsgericht des Mürizkreises veranlasst wurde. Zur Last gelegt werden dem jungen Mann, der mittlerweile in der Justizvollzuganstalt Neustrelitz in Untersuchungshaft auf seinen Prozess wartet, schwere Brandstiftung in mehreren Fällen. So ermittelte eine Sonderkommission, dass er dringend tatverdächtig ist, den » Dachstuhlbrand in der Bahnhofstraße, den » Gebäudebrand am Penzliner Bahnhof sowie weitere Laubenbrände vorsätzlich verursacht zu haben.
Rückblick auf die Brandserie von Penzlin
Dachstuhl in Penzlin am 18. April in Flammen
Zufall oder doch ein Feuerteufel? Diese Frage ist seit gestern Stadtgespräch in Penzlin, denn schon wieder verkündeten die Sirenen vom „Roten Hahn“. Erst am Wochenende brannte ein kleiner Schuppen am Bahnhofsgelände nieder. In der Nacht zum Dienstag stand in der Bahnhofstraße der kleinen Stadt im Osten des Müritzkreises der Dachstuhl eines Wohn- und Geschäftshauses in Flammen. Gegen 21:30 Uhr ging am Montagabend der Notruf bei der Rettungsleistelle Neubrandenburg ein. „Flammen schlagen bereits aus dem Fenster des Hauses“, so die erste Meldung. Ein Bewohner, der sich zum Brand in der ersten Etage aufhielt, konnte bereits in Sicherheit gebracht werden. Die umliegenden Feuerwehren des Amtes Penzlin wurden unverzüglich mit einem Großaufgebot alarmiert. Unter schwerem Atemschutz und mit mehreren Strahlrohren rückten die Kameraden der Feuerwehren Penzlin, Möllenhagen, Alt Rehse, Marihn und Groß Vielen den lodernden Flammen entgegen. Nur mühsam und unter größter Anstrengung gelang es, das Feuer einzudämmen und das Nachbarhaus zu schützen. Unterstützung bekamen die Freiwilligen durch die Berufsfeuerwehr Neubrandenburg, die mit einer Drehleiter anrückten. Unter der Beobachtung von zahlreichen Schaulustigen konnte das Feuer innerhalb von zwei Stunden gelöscht werden. Der Schaden wurde auf 40 000 Euro beziffert.
Gebäude brennt am Bahnhof von Penzlin am 28. April in voller Ausdehnung
„Hauptsache die bekommen den bald!“ In Penzlin geht seit einigen Tagen die Angst vor einem Feuerteufel um. Denn seit Donnerstagnacht glaub keiner mehr an Zufälle, die immer wieder die Feuerwehren des Amtes auf den Plan rufen. Gegen 21:30 Uhr ließen die heulenden Sirenen die Einwohner des kleinen Müritzstädtchens erneut hochschrecken. Wenige Minuten später eilten Feuerwehrfahrzeuge der Penzliner Wehr mit Blaulicht in Richtung Busbahnhof. Ein heller Feuerschein und eine riesige Rauchsäule wiesen den Löschmännern den Weg zu einem kleinen verlassenen Wohnhaus. Hier brannte es vor einigen Tagen zu Beginn der anhaltenden Brandserie bereits. Diesmal stand das Gebäude bereits im Vollbrand. Die angeforderte Verstärkung kam mit den Feuerwehren aus Groß Vielen, Mallin, Krukow und Alt Rehse. Mit mehreren Strahlrohren versuchten die Kameraden, den Flammen entgegenzutreten. Nur mühsam gelang dieses Unterfangen, denn vorerst musste das Dach des eingeschossigen Gebäudes per Hand geöffnet werden. Während der stundenlangen Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann. Er musste notärztlich versorgt werden. Den vorläufigen Schaden bezifferte die Polizei auf 10 000 Euro. Seit Anfang Ostern brannten in Penzlin bereits ein Schuppen, ein Mehrfamilienhaus und eine Gartenlaube.
» Penzlin, am 24. Mai 2011


