Ein Jahr erfolgreiche Arbeit
Knisterndes Feuer wärmte am Sonnabend die Räume der alten Schmiede in Groß Lukow. Diese war eigentlich seit vielen Jahren in dem kleinen Penzliner Ortsteil ungenutzt. Doch an diesem Wochenende saßen hier dicht an dicht Frauen und Männer der Gemeinde bei Kaffee und Kuchen und zeigten, dass es ein reges „Leben im Dorf“ gibt. So lautet auch der Name des hiesigen Vereins, der bereits auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken kann. Zum ersten Geburtstag der Gemeinschaft, die seit der Gründung aus 23 Einwohnern von Lukow, Carlstein und Marihn besteht, trafen sich die Mitglieder am Wochenende zu ihrer Jahreshauptversammlung in der alten Scheune der Familie Zolinski in Groß Lukow, um auf die Anfänge und die bevorstehenden Aufgaben des Vereins zu blicken. „Wir haben uns aus einer Bürgerinitiative, die sich gegen die geplante Hühnermastanlage in Lukow stark macht, zu einem regsamen Dorfverein entwickelt“, erklärte Vereinsvorsitzender Frank Kluge. „Unser Verein ist bei Weitem keine ,Dagegen-Abteilung‘“, betonte Frank Kluge in seinem Resümee, in dem er das Erreichte aufzählte. „Der Widerstand gegen die Hühnermastanlage läuft nach wie vor, ist aber mit der Zeit zur Nebensache geworden“, so Kluge. Vielmehr will sich der Verein um die gesamten Belange, die ein schöneres Leben in Lukow ermöglichen sollen, einsetzen. So entstanden nach und nach Pläne zur Verschönerung des Dorfbildes. „Viele der Einwohner beteiligten sich an der Aktion „Natur im Garten“ oder engagieren sich in einer Pflanzentauschbörse. „Um den Einwohner verschiedene finanzielle Standbeine zu ermöglichen, haben wir für unsere Gemeinde ein Fahrradkonzept für Urlauber entwickelt“, erklärte Frank Kluge den wachsenden Tourismus von Groß Lukow. „Es gibt bereits einige Ferienwohnungen sowie Ferienhäuser im Dorf und hier in der brachen Scheune will Bernd Zolinski mit seiner Frau eine Möglichkeit der Übernachtung für Fahrradtouristen schaffen“, blickte der Vereinsvorsitzende in die mittelfristige Zukunft. „Alles hier geschieht in Absprache mit den Lukower Einwohnern und dem Bürgermeister von Penzlin“, so Kluge. So auch das derzeitig heiß diskutierte Straßensanierungskonzept. Das eigentliche Hochzeitsgeschenk, das die 300 Einwohner von Groß Lukow zur Fusion mit der Stadt Penzlin erhielten, stößt ihnen jetzt etwas sauer auf. „Für eine Million Euro soll unsere Durchfahrtsstraße saniert werden – doch das lässt den Lkw-Verkehr direkt an unsere Schlafzimmerfenster vorbei brummen“, gibt Frank Kluge zu Bedenken. „Und der Verkehr wird durch die Biogasanlage und den geplanten Hühnergroßbetrieb merklich zunehmen.“ Aus diesem Grund plädiert der Verein für eine Straßenlösung, die um die Dorfgrenzen führt. Dafür will sich jetzt der Verein „Leben im Dorf“ stark machen, denn laut seinen Statuten „Wird die Entwicklung nicht dem Selbstlauf überlassen“, man will sich weiterhin einmischen.
» Groß Lukow, am 11.02.2011

