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Arbeiten unter Chemiekalienschutzanzügen

Ausbildung Gefahrgutzug Müritz

„Ein Trupp zur Lageerkundung unter Chemikalienschutzanzug zum Einsatz vor.“ Zunächst hörte sich dieser Auftrag für 17 Mitglieder der Müritzer Gefahrguteinheit am Sonnabendvormittag einfach an. Doch die bevorstehenden Szenarien sollten es in sich haben. Gespannt und voller Interesse verfolgten die Bewohner des Finckener Neubaublocks das rege Treiben, das sich vor ihrem Wohnhaus abspielte. Denn hier trainierten Mitglieder der Feuerwehren Röbel, Fincken, Alt Schwerin und Rechlin die Handlungsabläufe, die sie bei einem Unfall mit gefährlichen Stoffen beherrschen müssen. „Sechs neue Kameraden werden heute ausgebildet, damit sie im Ernstfall unter den Schutzanzügen richtig und vor allem sicher arbeiten können“, erklärte Bernd Nordmann, der die Gefahrguteinheit seit vielen Jahren führt. Zur jüngsten Ausbildung holte sich Nordmann Verstärkung aus Wittstock. Kerstin Zillmann, eine renommierte Kreisausbilderin im Brandenburgischen, unterstützte mit ihrem Wissen den Lehrgang. So führte die erfahrene Feuerwehrfrau ihre Schützlinge an die Tücken gefährlicher Stoffe heran. Auslaufendes Methanol und eine bewusstlose Personen, die sich mit der Flüssigkeit kontaminierte, bildeten die Einsatzaufgabe für den ersten Trupp. Rasches Handeln war hier erforderlich, Verstärkung musste angefordert werden und der Verletzte in Sicherheit gebracht werden. Ein äußerst schwieriges Unterfangen wie sich schnell herausstellte. Denn das Bewegen und selbst das Atmen fielen den eingesetzten Kräften schwer. „Aber das ist lediglich eine Übung, im Einsatz ist es noch schwieriger“, so Bernd Nordmann, der sich sehr zufrieden mit dem Trainingsabläufen zeigte. „Wir haben uns sehr gut entwickelt und einen beachtlichen Ausbildungsstand“, so der Feuerwehrmann. Wurde der Gefahrgutzug im Müritzkreis noch vor einigen Jahre eher stiefmütterliche behandelt wurde, hat sich die 50 Mann starke Spezialeinheit jetzt auch über die Kreisgrenzen einen sehr guten Namen gemacht. „Am vergangen Wochenende sicherten wir auch den Landkreis Güstrow für den Einsatzfall ab. Denn die eigenen Einheiten waren dort bei einer großen Übung gebunden“, freute sich Bernd Nordmann über die Wertschätzung durch die Nachbarn. Im vergangenen Jahr mussten im Müritzkreis 13 Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern bewältigt werden. Für das laufende Jahr stehen bereits sechs Alarmierungen zu Buche.

» Fincken, am 14. Mai 2011