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Für gerechte Bezahlung und gegen Lohndumping

Maidemo Waren (Müritz)

Es ist, wenn auch eine Feiertag, „der Tag der Arbeit“ und sollte ebenfalls wie in ganz Deutschland an der Müritz für „gleichen Lohn, bei gleicher Arbeit“ und vielen weiteren Losungen stehen. Doch die Zeiten der großen Kundgebungen sind zwischen Röbel und Malchow, Penzlin und Waren lange vorbei. Lediglich zwei Dutzend Menschen interessierten sich für zum Beispiel für die Kundgebung auf dem Neuen Markt der Kreisstadt, auf der sich fünf soziale Parteien präsentierten. Auch das kulturelle Programm, so spielte der kurdische Abbas deutsche und heimische Melodien  und eine russische Migrantengruppe tanzte, schafften es nicht mehr Leute als im vergangenen Jahr anzulocken. „Das ist hier wirklich erbärmlich“, klagte Hilde Schmidt aus der Warener Ostsiedlung. Gemeinsam mit ihrem Mann war sie eine der wenigen Menschen, die das sonnige Wetter für die Mai-Demonstration nutzen. „Wir sind jedes Jahr hier“, so die Rentnerin. „Denn das kenne ich ja noch von früher so.“ Mit Unverständnis reagiert sie auf die Gleichgültigkeit, die viele Harz IV-Empfänger an den Tag legen. „Bekommen Geld und gehen nebenbei noch Schwarzarbeiten, das muss aufhören“, forderte die Warenerin. Ob diesem Wunsch jedoch entsprochen wird, ist mehr als fraglich. Denn der gestrige 1. Mai ist zugleich ein politisch denkwürdiger Tag.  Fortan ist der deutsche Arbeitsmarkt für nahezu alle Einwohner der EU-Mitgliedsländer offen.  „Ostdeutschland ist aber aufgrund der schlechten Bezahlung für unsere Nachbarländer  nicht interessant“, versuchte Michael Löffler (SPD) die berechtigte Angst gegenüber dem bevorstehenden  Lohndumping zu entschärfen.

Kundgebung zum 1. Mai auf dem Martkplatz in Waren (Müritz)