Sanierung Drehbrücke Malchow
sechs Millionen Euro für Inselbauwerk
Allerhand Arbeit hat der Malchower Stadtentwicklungsausschuss. Denn neben vielen kleinen Baustellen, welche die Inselstadt wohnlich, wirtschaftlich und touristisch weiter nach Vorne bringen sollen, haben die Stadtverwaltung und die Vertreter des Stadtentwicklungsausschusses eine Millionen schwere Last. „Nach den jüngsten beiden Gutachten gehen wir von einer Investitionssumme von sechs Millionen Euro aus“, erklärte Joachim Stein (Grüne) auf der jüngsten Sitzung, die im Malchower Rathaussaal stattfand. Das Stadtoberhaupt sprach die notwendige Sanierung, die Erneuerung, der Malchower Drehbrücke an. Die vor über zwanzig Jahren neu gebaute Drehbrücke, sie ist zu DDR-Zeiten extrem dem Verfall ausgesetzt gewesen und zehn Jahre nicht von größeren Schiffen durchfahrbar war, ist heute erneut in einem sehr maroden Zustand. „Grund ist das verwendete Material“, so der Bürgermeister. „Es stammt vorwiegend aus den 30iger Jahren. Die Lebensdauer des verbauten Stahls ist abgelaufen.“ Sicher könnte man die Sanierung noch einige Jahre schieben. Doch das erscheint nicht nur Malchows Stadtoberhaupt der völlig falsche Weg zu sein. Laut Gutachten muss die Brücke bereits jetzt auf 16 Tonnen für den Durchgangsverkehr beschränkt werden. Reisebusse, große Lastkraftwagen und Agrarfahrzeuge sind für die jetzige Drehbücke bereits nicht mehr zulässig.
Schwierige Förderung bei der Sanierung
Ein weiteres und eigentlich das größere Problem sieht Bürgermeistre Stein allerdings in der Entwicklung der finanziellen Förderung in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir können in zehn Jahren Investitionen mit der Lupe suchen“, verwies Stein auf die Zukunft. Und schon jetzt ist klar, die Finanzierung der anfallenden sechs Millionen, wenn dies die endgültige Bausumme sein sollte, gestaltet sich sehr schwierig. Malchows Ziel ist und muss es sein, in die GA-Förderung zukommen. „Das würde bedeuten, wir erhalten 60 Prozent, mit guter Begründung 90 Prozent, Förderung. Die Hälfte des Eigenanteils könnte aus Schwerin kommen“, erklärte Stein. So würden 300.000 Euro aus der Malchower Kasse fließen müssen. Eine weitere und wesentlich schlechtere Fördermöglichkeit ist die über das ELA-Programm (Förderung Ländlicher Raum). Hier würden lediglich 75 Prozent des Nettobetrages im Nachgang gefördert. „Für Malchow würde damit der Eigenanteil auf 1,2 Millionen Euro steigen.“ Das wäre unddenkbar – nicht finanzierbar– für die gebeutelte Stadtkasse. Das Wasserschifffahrtsamt, welches für die Bundeswasserstraße verantwortlich ist, sowie der Landesdenkmalschutz sehen sich nicht in der Pflicht, unterstützend in die Finanzierung einzugreifen. „Dann müssen wir den Landkreis mit ins Boot holen“, forderte Steffen Schreiber (Grüne). Auch wenn Bürgermeister Stein dem wenig Hoffnung schenkt, will er auch diesen Versuch starten. Doch es gibt nicht nur finanzielle Probleme. Die Illusion, dass der Neubau der Drehbrücke von Oktober bis April realisiert werden kann, wurde Joachim Stein bereits mit den ersten Planungen genommen. „Wir müssen von 13 Monaten ausgehen.“ Dann müssen wir zusehen, dass wir Lösungen für die Gewerbetreibenden der Insel finden und unsere Hilfe gezielt einsetzen“, forderte Dr. Gerald Reeps (OWM). Dass dies bereits im Vorfeld geschieht, versicherte der Bürgermeister. „Die Insulaner werden von vornherein mit einbezogen.“ Auch Malchows Brandschützer beschäftigen sich bereits mit dem Thema. „Es gibt Überlegungen ein Löschfahrzeug auf der Insel zu stationieren“, erklärte Wehrführer Heiko Delph. Weiterhin werden Gespräche mit den Nachbarwehren geführt, die über den Erddamm zur Unterstützung kommen könnten. Für Fußgänger und Radfahrer könnte ein beweglicher Schwimmponton eine Verbindung zwischen Insel und Festland bieten. Grundsätzlich hat aber die Bundeswasserstraße zwischen Malchower See und Plauer See Vorrang.
» Malchow, am 07.03.2012


