Stadtwerke installieren Bruthilfe auf Stromast
Der Nebel vom Vormittag hat sich verzogen und die Sonne erstrahlt an einem blauen Winterhimmel. Idyllischer konnte es gestern Nachmittag nicht sein, als sich Jörn Mündecke und Mario Schweitzer, zwei Mitarbeiter der Warener Stadtwerke, mit ihrer Hubarbeitsbühne auf den Weg nach Alt Falkenhagen machten. Hier wurden sie bereits von Roland Meyer, als Vertreter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, und Hans-Dieter Graf, einem Mitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen, erwartet. Schon in den ersten Minuten entwickelte sich ein freundlicher Dialog, der von gegenseitigen Lobesbekundungen und biologischen Informationen gespickt war. „Das ist wirklich eine tolle Sache, was die Stadtwerke hier gemacht haben“, freute sich Hans-Dieter Graf. Ein neuer und elf Meter großer Strommast rankte im Dorfzentrum in den Himmel. „Früher stand hier ein Holzmast, der verwittert war und ausgetauscht werden musste“, erklärte Graf, während sich die Mitarbeiter der Stadtwerke ans Werk machten. „Auf dem alten Mast befand sich ein Storchenhorst, das laut Tierschutzgesetz auch wieder auf den neuen Mast installiert werden muss“, erklärte Roland Meyer das gemeinsame Treffen. Seit vielen Jahren nisten und brüten hier in Falkenhagen Weißstörche und gehören damit bereits zum Dorfleben. „Ob die neue Bruthilfe angenommen wird, werden wir erst im April sehen“, erläuterte Graf, der sich aber zuversichtlich zeigte. Unterdessen befestigten Jörn Mündecke und Mario Schweitzer ein Metallgerüst, das als Basis für die zukünftige Behausung einer Adebarfamilie dienen soll. „Das passt schon mal sehr gut“, zeigte sich Netzmeister Jörn Mündecke stolz, als die erste Runde geschafft war. Ein weiteres Mal steuerte Mario Schweitzer den Korb elf Meter in die Höhe. Mit Kabelbindern wurde schließlich ein hölzerner Korb als Nesthilfe befestigt. Nach nur 30 Minuten blickten die vier Männer voller Stolz auf das gemeinsam erreichte. „Etwa 80 künstliche Nesthilfen gibt es im Altkreis Waren, 28 von ihnen sind meistens belegt“, erklärte Hans-Dieter Graf. „In Deven müsste auch noch ein maroder Mast ausgetauscht werden“, verabschiedete sich der Naturschützer in den sonnigen Nachmittag.
» Alt Falkenhagen, am 24.01.2012

