Haus muss nach Explosion abgestützt werden
Während andere am Sonnabend die frühlingshafte Sonne genossen haben, kamen 23 Frauen und Männer des Technischen Hilfswerks (THW) aus dem Müritzkreis ordentlich ins Schwitzen. Eine zehnstündige Ausbildung in Theorie und einer praxisnahen Einsatzübung forderte von den ehrenamtlichen Helfern einiges an Wissen und Können ab. „Begonnen hat unsere Ganztagsausbildung mit einem theoretischen Teil in Baukunde“, erklärte Sebastian Wölk vom THW. Der Zugführer des Warener Ortsverbandes hatte zum späten Vormittag die Einsatzleitung während einer realistischen Übung übernommen. „Ein schwerbeschädigtes Gebäude nach Explosion in Groß Dratow“, so lautete der Grundlage für dieses Szenario. „Möglich wurde dies, weil einer unserer Helfer das Gelände und ein Rohbau eines Hauses für unsere Übungszwecke kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte“, erläuterte Wölk. „Das ist heutzutage eher eine Seltenheit“, kommentierte Dirk Thiel, der Ortsbeauftrage des THW, der sich sichtlich zufrieden mit der Aktion zeigte. Unterdes waren Helfer damit beschäftigt, das lädierte Gebäude, in dem sich laut Übungsplan noch Personen befinden sollten, abzustützen und zu sichern. Bauhölzer wurden auf Maß gebracht.
Löcher für Bolzen in die Wände gebohrt. Mit vollem Eifer und Einsatz waren die Helfer bei der Sache. Lagemeldungen wurden an den neuen Einsatzleitwagen gegeben. „Es ist die erste Feuertaufe für diesen Zugtruppfahrzeug“, erklärte Sebastian Wölk. Hierfür wurde eigens eine kleine Führungsgruppe aus den 60 THW-Mitgliedern gegründet. „Wir brauchen Rettungsöffnungen, um die Verletzten aus dem Gebäude zu holen“, hallte es als Auftrag durch die Funkgeräte. Mit Schlagbohrmaschinen und Pressluftmeißel machten sich die Helfer ans Werk. Stück um Stück arbeiteten sie sich vor, um zu den vermeintlich Geschädigten zu gelangen. Etliche Dorfbewohner verweilten an der Grundstücksgrenze und verfolgten das emsige Tun der Helfer. Aktiv in das Geschehen griffen die Löschmänner der Freiwilligen Feuerwehr Schloen ein. Mit vier Kameraden nutzen sie die entstandenen Rettungsöffnungen und beteiligten sich an der Menschenrettung. Lediglich zum Mittagessen gönnten sich die Helfer eine wohlverdiente Pause. Nudeln mit Gulasch, der natürlich von dem eigenen Küchenpersonal bereitet wurde, brachten neue Stärkung. Stärkung soll auch der anstehende „Girlsday“ bringen. An diesem Mädchen-Zukunftstag, der am 14. April stattfindet, wirbt das THW Waren auch um neue Mitglieder. „Wir wollen dann die Mädchen und Frauen zeigen, dass auch das Technische Hilfswerk etwas für weibliche Ehrenamtliche ist.“ Derzeit beteiligen sich drei Frauen aktiv bei THW. „Unsere Jugendabteilung erfreut sich gegenwärtig großer Beliebtheit bei den Mädchen“, so Dirk Thiel.
» Groß Dratow, am 02.04.2011


