Neustrelitzer Hexen stören Burgfrieden
„Pünktlich zur Walpurgisnacht sind die Hexen aufgewacht“, tönte es am Sonnabend durch die Straßen von Penzlin. Schaurige Gestalten huschten bereits gegen 18 Uhr durch die Gassen vom kleinen Punschendörp. Wohlwollend und unter lautem Gekreische verfolgten die Hexen, wie der Maibaum durch die Feuerwehr am Marktplatz errichtet wurde. „Eine Birke aus dem Stadtwald ist es in diesem Jahr“, verriet Oberhexe Dagmar Kaselitz bevor sie wieder der Penzliner Blaskapelle lauschte. Diese spielten unter Leitung von Helmut Drescher und stimmten so die zahlreichen Besucher auf die bevorstehenden Festaktivitäten ein. Fast nahtlos knüpften die diesjährigen Programme der Penzliner Walpurgisnacht aneinander. Am Fuße der Burg hatten sich Händler und Schausteller zusammengefunden, um das gemeine Volk zu unterhalten.
Mit Erfolg, denn nicht nur Einheimische, sonder zahlreiche Weitgereiste verfolgten die Aktionen. Zu ihnen gehörten auch Hexe Utilie, mit stolzen 578 Jahren, aus Groß Helle, und die Hexe Lili aus Neubrandenburg. „Wir kommen bereits seit vielen Jahren und immer mit anderen Kostümen“, flüsterten die beiden. Die Penzliner Hexen hingegen, gaben nicht nur ihre gespenstischen und bunten Kostüme zum Besten – sie zeigten auch, dass sie Singen konnten. „Es fliegt ein schneller Besen, die Hexen sind über dem Land“, verkündeten sie von der Bühne. Doch immer wieder wurde der Chor gestört. „Corona, der Neustrelitzer Hexenclub, versuchte Unruhe zu stiften und setzte stetig in die Gesänge ein, bis sie sich gänzlich vermischten. Tosender Applaus verkündete jedoch, dass es den Gästen gefiel. Ebenso Gefallen fand die Wahl zum kleinen Burghexlein. 19 an der Zahl stellten sich der Jury, bei der sich die siebenjährige Svea aus Penzlin mit ihrem Charme durch setzte. Aber auch Babajaga aus Teterow, die keine Moorhexe und Lou, die Blumenhexen konnten mit ihren Verkleidungen überzeugen. Die „Hexe mit der klugen Brille“, alias Traudi Pegelow aus Penzlin, setzte sich bei der reiferen Generation durch. Gefeiert wurde übrigens noch bis nach Mitternacht.
» Penzlin, am 30.04.2011
zahlreiche Gäste besuchten die Walpurgisnacht


