Planmäßiger Bau auf der Petersdorfer Brücke

von Müritzportal

Verkehrsminister Christian Pegel besucht Großbaustelle

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"Eigentlich hält so ein Bauwerk ja gute 60 bis 70 Jahre" – eigentlich. Das sollte aber nicht für die 1978 in Betrieb genommene Petersdorfer Brücke auf der A19 gelten. Marode und mehr als baufällig präsentierte sich die vierspurige Querung über den Petersdorfer See. „Wenn hier ein schwerer Lkw rüberfährt, dann schwankt die Brücke gute fünf bis sieben Zentimeter. Aus diesem Grund haben wir hier auch zuerst mit der Modernisierung begonnen“, erklärte gestern Christian Pegel (SPD). Der Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern besuchte gestern die 43 Millionen teure Baustelle, um sich ein Bild von den Baumaßnahmen zu machen. Doch diese Baustelle ist mit enormen Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden. Gerade in den Ferienzeiten ist die A19 als Verbindungsstrecke von Berlin nach Richtung Ostsee sehr stark frequentiert. Bis zu 36.000 Fahrzeuge werden dann täglich gezählt. „Das wissen wir und aus diesem Grund haben wir bereits vor einem Jahr Kontakt mit den Brandenburgern aufgenommen, um mit großräumigen Hinweisschildern Alternativen aufzuzeigen“, so Christian Pegel. So sollten Fahrzeugführer schon auf dem Berliner Ring überlegen, ob sie nicht als Ausweich die A11 und im weiteren Verlauf die A20 in Richtung Norden nutzen.

Auch wenn die Fertigstellung des Nadelöhrs noch nicht unmittelbar in Sicht ist, haben die Planer und Bauleute ein klares Ziel vor den Augen: „Wir wollen im Mai 2017 die Petersdorfer Brücke so fertig haben, dass sie vier Fahrspuren tragen kann.“ Und dieses Ziel ist realistisch. „Wir liegen voll im Zeitplan und die Witterung spielt bisher auch sehr gut mit“, erklärte Mario Schönherr DEGES GmbH Berlin. „Derzeit sind wir mit dem Rammen der 40 Bohrpfähle beschäftigt“, so der Ingenieur. Hierfür wird ein 120 Tonnen schweres Drehbohrgerät verwendet, das die Großbohrpfähle mit einer Gesamtlänge von bis zu 51,50 Meter und einem Durchmesser von 1.50 Meter in den Seegrund einbringt. Pro Pfahl wurden vier Arbeitstage angesetzt, um 85 Kubikmeter Boden auszuheben und schließlich den Träger mit elf Tonnen Bewehrung und 90 Kubikmetern Beton zu fertigen. Der Bohrer sowie weitere Arbeitsgeräte stehen auf der ehemaligen Brücke. Der Verkehr wird über eine zuvor installierte Behelfsbrücke geleitet. Diese Behelfsbrücke wird nach den Bohrmaßnahmen zurückgebaut. Bei seinem Besuch auf der Baustelle Petersdorfer Brücke konnte Minister Pegel zudem folgende Zahlen präsentieren. Insgesamt werden 185.000 Kubikmeter Erde bewegt. Für die neue Brücke werden etwa 12.000 Kubikmeter Beton und 2.500 Tonnen Bewehrung benötigt. Der Überbau besteht aus 3.600 Stahl und die zu erneuernde Asphaltfläche beträgt 45.000 Kubikmeter. Bis zum Dezember 2018 soll das Gesamtbauwerk auf einer Länge von 1160 Metern fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten von 43 Millionen Euro trägt der Bund.

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