Würdevolle Bestattung in Freital: Wie Angehörige im Trauerfall Halt und Orientierung finden
Interview mit einem Bestatter aus Freital über Abschiedskultur, regionale Traditionen und die Frage, was eine Bestattung heute „würdevoll" macht.
Eine würdevolle Bestattung in Freital bedeutet vor allem eines: einen Abschied mit Zeit und Sorgfalt, der zur Lebensgeschichte der verstorbenen Person passt. Wenn ein Mensch stirbt, stehen Angehörige plötzlich vor Fragen, die sich kaum jemand im Voraus stellt. Welche Bestattungsart ist die richtige, welche Unterlagen werden gebraucht, wie soll die Trauerfeier aussehen? Wir haben mit dem erfahrenen Bestattungshaus am Sachsenplatz aus Freital darüber gesprochen, worauf Sie als Hinterbliebene achten sollten und wie eine würdevolle Bestattung in Freital heute aussehen kann.
„Im Trauerfall zählt jede ruhige Minute“ Ein Interview mit Tino Süße
Das Müritzportal spricht mit Tino Süße, dem Betriebsleiter vom Bestattungshaus am Sachsenplatz, über die wichtigen Schritte im Trauerfall, würdevolle Abschiede und warum Vorsorge ein Geschenk an die Familie ist.
Müritzportal: Herr Süße, ein Trauerfall ist für Angehörige oft eine absolute Ausnahmesituation. Was ist die wichtigste Botschaft, die Sie Menschen mitgeben, die zum ersten Mal bei Ihnen in einem Bestattungshaus sitzen?
Tino Süße: Unsere wichtigste Botschaft lautet: Niemand muss alles sofort wissen. Im Trauerfall zählt jede ruhige Minute. Viele kommen zu uns mit dem Gefühl, sie müssten innerhalb von Stunden Entscheidungen treffen. Das stimmt so nicht. Es gibt gesetzliche Fristen, etwa für die Sterbefallanzeige beim Standesamt, die Frist beträgt drei Werktage nach Eintritt des Todes. Unsere Aufgabe ist es, diesen Raum zu öffnen, mit klaren Informationen und der Bereitschaft, zuzuhören.
Müritzportal: Wenn sich Familien dann an Sie wenden: Welche Unterlagen brauchen Angehörige zuerst?
Tino Süße: In der Regel sind das der Personalausweis der verstorbenen Person, die Geburtsurkunde und, je nach Familienstand, die Heiratsurkunde. Bei Verwitweten wird zusätzlich die Sterbeurkunde des Ehepartners benötigt, sowie die Todesbescheinigung, die der Arzt ausstellt. Wenn ein Bestattungsvorsorgevertrag existiert, sollte dieser ebenfalls mitgebracht werden. Wer unsicher ist, ruft einfach an. Wir klären am Telefon, was im konkreten Fall wirklich nötig ist.
Müritzportal: Sie sprechen oft von einem würdevollen Abschied. Was bedeutet „würdevoll“ für Sie im Bestattungsalltag?
Tino Süße: Würde bedeutet, dass die verstorbene Person als Mensch im Mittelpunkt steht und nicht als Vorgang abgewickelt wird. Konkret heißt das eine sorgfältige Versorgung, einen respektvollen Umgang im Abschiedsraum, Zeit für die Familie und eine Trauerfeier, die zur Biografie passt. Eine schlichte Urnenbeisetzung kann genauso würdevoll sein wie eine größere Trauerfeier mit Musik und Reden. Entscheidend ist, dass die Familie sich darin wiederfindet.
Müritzportal: Welche Bestattungsarten sind in unserer Region denn üblich?
Tino Süße: In Freital und Umgebung sind sowohl Erd- als auch Feuerbestattungen verbreitet. Daneben gibt es Baumbestattungen in ausgewiesenen Bestattungswäldern, Seebestattungen und anonyme Beisetzungen. Welche Form passt, hängt vom Wunsch der verstorbenen Person, vom Friedhof und vom Budget ab. Wir nehmen uns Zeit, die Unterschiede auch bei Grabarten und Pflegeaufwand verständlich zu erklären.
Müritzportal: Ein wichtiges Thema für viele ist das Budget. Wie lassen sich die Kosten für eine Bestattung realistisch einschätzen?
Tino Süße: Eine Bestattung setzt sich aus mehreren Posten zusammen. Dazu gehören die Leistungen des Bestattungshauses, Friedhofs- und Gebührenkosten der Kommune, gegebenenfalls Krematoriumsgebühren, die Trauerfeier, Sarg oder Urne sowie der Trauerdruck. Wir legen alle Positionen offen, bevor etwas beauftragt wird. So entstehen keine Überraschungen, und Familien können bewusst entscheiden, wo sie schlicht bleiben und wo sie investieren möchten.
Müritzportal: Man liest oft, Vorsorge sei ein Geschenk an die Angehörigen. Wie meinen Sie das?
Tino Süße: Wer zu Lebzeiten festlegt, wie der eigene Abschied aussehen soll, entlastet die Familie spürbar. Vorsorge umfasst Wünsche zur Bestattungsart und zur Trauerfeier, manchmal auch eine finanzielle Absicherung über einen Vorsorgevertrag oder eine Treuhandlösung. Wichtig ist, dass die Unterlagen auffindbar sind – also besser nicht im Bankschließfach aufbewahren, sondern dort, wo die Familie im Ernstfall schnell darauf zugreifen kann.
Müritzportal: Das Bestattungshaus am Sachsenplatz ist bereits seit 1962 in Freital tätig. Welche Rolle spielen diese regionalen Wurzeln für Ihre Arbeit?
Tino Süße: Dass ein Bestatter über sechs Jahrzehnte am gleichen Ort arbeitet, ist für viele Familien ein starkes Argument. Sie möchten sich an Menschen wenden, die die regionalen Friedhöfe, Kirchgemeinden und Abläufe genau kennen. Mit unseren weiteren Büros in Wilsdruff und Kreischa sind wir in der Region sehr gut erreichbar. Zudem bieten wir eine Tag-und-Nacht-Nummer – unter 0351 649 16 87 erreichen Sie uns also auch außerhalb der regulären Bürozeiten.
Müritzportal: Herr Süße, wenn Sie unseren Leserinnen und Lesern drei konkrete Hinweise für den Ernstfall mitgeben könnten – welche wären das?
Tino Süße: Ich würde Folgendes raten:
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Ruhe bewahren: Verständigen Sie nach Eintritt des Todes zuerst einen Arzt, der die Todesbescheinigung ausstellt. Erst danach informieren Sie das Bestattungshaus.
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Unterlagen sammeln: Legen Sie Personalausweis, Geburts- und ggf. Heiratsurkunde sowie die Todesbescheinigung bereit.
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Beratung annehmen: Ein erstes Gespräch ist meist unverbindlich und schafft Ihnen Orientierung über Abläufe, Kosten und mögliche Bestattungsarten.
Abschließend möchte ich betonen: Ein würdevoller Abschied entsteht durch Sorgfalt, Zeit und das Gefühl, dass die verstorbene Person als Mensch wahrgenommen wird. Wenn Sie das im Kopf behalten, ob als Angehörige oder bei der eigenen Vorsorge, treffen Sie im Trauerfall Entscheidungen, die auch später Bestand haben.
Müritzportal: Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch, Tino Süße.