Iran-Krieg treibt Spritpreise: Vor allem Transportgewerbe in MV betroffen
Die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Spritpreise wirken sich in Mecklenburg-Vorpommern auf die Transportbranche aus, so die IHK Schwerin. Insgesamt spielt der Handel mit der Krisen-Region eine untergeordnete Rolle.
Innerhalb der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns ist es am ehesten die Transportbranche, die durch die steigenden Preise für Diesel und Benzin die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten zu spüren bekommt. Wie stark die Wirtschaft durch den Konflikt betroffen sein wird, hängt nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern zu Schwerin und zu Rostock (IHK) sehr wesentlich von der Länge des Konflikts ab. "So werden bei wenigen Wochen die Auswirkungen auf Europa wohl moderat ausfallen. Bei einem länger anhaltenden Konflikt erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für steigende Preise", so eine Sprecherin der IHK-Schwerin.
Mittelbare Auswirkungen denkbar
Mittelbar könnte sich die Sperrung der Straße von Hormus auf Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern auswirken. Sie ist der wichtigste Weg, auf dem zum Beispiel Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate Öl nach China und Indien liefern. Wenn etwa mangels ausreichender Ölimporte in China die Produktion ins Stocken geraten sollte, würden möglicherweise auch Lieferketten bis zu Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern beeinträchtigt, soweit sie auf Zulieferungen aus China angewiesen sind.
Wenig Außenhandel mit der Region
Der Handel mit den Ländern in der Konfliktregion spielte bislang für die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns eine eher untergeordnete Rolle. Im vergangenen Jahr wurden Waren nach Angaben der IHK im Wert von knapp 195 Millionen Euro exportiert. Der Anteil an den gesamten Exporten aus Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2025 liegt unter zwei Prozent. Wichtigster Kunde im Nahen Osten war Saudi Arabien mit Einkäufen im Wert von 117 Millionen Euro. Vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse und Produkte der Ernährungswirtschaft werden laut IHK in die Region geliefert. Aber auch der Maschinenbau, die Chemiebranche und das holzverarbeitende Gewerbe spielen eine Rolle.
Ölhafen Rostock nicht betroffen
Keinen Einfluss hat der aktuelle Krieg auf den Rostocker Ölhafen, der Teil des Überseehafens ist. Dort wird kein Öl aus der betroffenen Golf-Region umgeschlagen. Das hat der Geschäftsführer von Euroports Germany, Karsten Lentz, mitgeteilt. Auch andere Güter im Hafen sind nicht von den aktuellen Entwicklungen betroffen, da es momentan keinen Schiffsverkehr zwischen der betroffenen Region und Rostock gebe.