Österreichische Schillingmünzen gefunden: Was Besitzer in der Müritzregion wissen sollten
Beim Entrümpeln eines Speichers, beim Auflösen eines Nachlasses oder beim Durchsehen einer alten Sparbüchse tauchen in der Müritzregion immer wieder Münzen auf, die sich nicht auf den ersten Blick einordnen lassen darunter österreichische Schillingstücke aus Urlaubsreisen, von Verwandten oder aus Erbschaften. Die wichtigste Antwort vorab: Was solche Münzen heute wert sind, bestimmt nicht ihr Alter, sondern ihr Silbergehalt die aktuellen Ankaufspreise für Schilling-Silbermünzen richten sich nach dem tagesaktuellen Silberkurs und ändern sich entsprechend von Tag zu Tag. Bevor Funde wieder in der Schublade verschwinden oder vorschnell poliert werden, lohnt deshalb ein genauerer Blick auf Nennwert, Jahrgang und Material. Denn während manche Stücke trotz ihres Alters nur wenige Euro wert sind, steckt in anderen noch handfestes Silber. Dieser Beitrag erklärt Schritt für Schritt, wie sich alte Schillingmünzen sortieren, Silberprägungen erkennen und realistische Wertvorstellungen ableiten lassen und warum Putzmittel dabei tabu sind.
Münzen zunächst nach Nennwert und Jahrgang sortieren
Der erste Schritt erfordert kein Fachwissen, nur ein wenig Zeit am Küchentisch: Sortieren Sie die gefundenen Münzen zunächst nach ihrem Nennwert. Bis zur Euro-Einführung war der österreichische Schilling das gesetzliche Zahlungsmittel der Alpenrepublik; geprägt wurden Stücke in zahlreichen Nennwerten, von 50 Groschen bis zu 500 Schilling. Für Funde aus Schubladen und Nachlässen sind vor allem die Nennwerte 25, 50 und 100 Schilling interessant, denn sie wurden über lange Zeiträume tatsächlich aus Silber hergestellt. Die kleineren Nomine bestehen dagegen meist aus unedlen Legierungen und besitzen abgesehen von seltenen Sammlerstücken keinen nennenswerten Materialwert.
Entscheidend ist anschließend der Jahrgang, denn derselbe Nennwert kann je nach Prägejahr aus völlig unterschiedlichen Legierungen bestehen: Eine 50-Schilling-Münze aus den 1960er-Jahren enthält deutlich mehr Silber als die gleiche Münze aus dem Jahr 1975. Wer seine Funde ordnet, sollte deshalb pro Stück Nennwert und Jahrgang notieren eine einfache Liste auf einem Blatt Papier genügt völlig. Wer eine größere Menge gefunden hat, etwa eine ganze Keksdose, arbeitet am besten in kleinen Stapeln und mit einer Lupe, da die Jahreszahlen teils sehr klein geprägt sind. Wie hoch der Materialwert einer bestimmten Prägung derzeit liegt, zeigen etwa die aktuellen Ankaufspreise für Schilling-Silbermünzen, die der Innsbrucker Edelmetallhändler Simply Way tagesaktuell veröffentlicht. Schon daran lässt sich erkennen, dass sich der Ankaufspreis nicht am Alter oder am Nennwert orientiert, sondern am tatsächlichen Silbergehalt der jeweiligen Prägung.
Silbermünzen anhand von Prägedaten erkennen
Ob eine Schillingmünze tatsächlich Silber enthält, lässt sich anhand von Nennwert und Prägejahr verlässlich bestimmen. Die Angaben zur Legierung beziehen sich auf den Feingehalt: Eine 800er-Legierung besteht zu 800 von 1000 Teilen aus reinem Silber, der Rest sind Zusatzmetalle wie Kupfer. Zahlreiche 25-Schilling-Stücke erschienen als Gedenkmünzen zu Jubiläen und bedeutenden Persönlichkeiten. Für die wichtigsten österreichischen Silbernominale gelten folgende Prägedaten:
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25 Schilling (1955–1973): 800er-Silber, 13 Gramm Gesamtgewicht, davon 10,4 Gramm Feinsilber. Zu den bekannten Motiven zählen Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Grillparzer und Prinz Eugen.
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50 Schilling (1959–1973): 900er-Silber, 20 Gramm Gesamtgewicht, davon 18 Gramm Feinsilber.
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50 Schilling (1974–1978): nur noch 640er-Silber mit einem Feingehalt von 12,8 Gramm.
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100 Schilling (1974–1979): 640er-Silber, 24 Gramm Gesamtgewicht, davon 15,36 Gramm Feinsilber.
Die Motive wechselten von Ausgabe zu Ausgabe, am Material ändert das nichts entscheidend bleibt die Kombination aus Nennwert und Jahrgang. Das Beispiel der 50-Schilling-Münze zeigt, warum: Bis 1973 steckten in dem Stück 18 Gramm Feinsilber, ab 1974 nur noch 12,8 Gramm bei gleichem Nennwert und nahezu gleichem Aussehen. Spätere Schillingprägungen der 1980er- und 1990er-Jahre kamen dagegen in der Regel ohne Silber aus. Wer unsicher ist, kann das Gesamtgewicht mit einer Küchenwaage grob kontrollieren: Stimmen Nennwert, Jahrgang und Gewicht mit den Prägedaten überein, ist die Einschätzung meist schon recht belastbar. Bei seltenen Gedenkmünzen oder unklaren Stücken lohnt zusätzlich ein Blick in gängige Münzkataloge oder eine fachliche Einschätzung.
Materialwert und möglichen Sammlerwert unterscheiden
Für die meisten Fundstücke zählt allein der Materialwert. Er errechnet sich aus dem Feingewicht multipliziert mit dem tagesaktuellen Silberkurs und verändert sich deshalb von Tag zu Tag. Eine starre Preisliste gibt es nicht: Was eine 50-Schilling-Münze mit 18 Gramm Feinsilber heute wert ist, kann morgen schon etwas höher oder niedriger liegen. Bei Silber kann der Kurs innerhalb weniger Wochen spürbar schwanken; wer verkaufen möchte, sollte den Preis am Tag der Bewertung kennen. Seriöse Ankäufer legen ihre Preise deshalb transparent nach Tageskurs und Feingehalt fest, statt mit pauschalen Summen zu locken.
Ein Sammlerwert kommt dagegen deutlich seltener vor, als viele Finder hoffen. Numismatische Aufschläge über den Materialwert hinaus werden in der Regel nur für Stücke in höchster Prägequalität gezahlt etwa Münzen in Stempelglanz oder der besonders aufwendig hergestellten Qualität „Polierte Platte“ sowie für nachweislich seltene Jahrgänge oder Varianten. Umlaufspuren wie Kratzer, Randschläge oder Fingerabdrücke lassen diesen Aufschlag meist entfallen. Weltbekannt ist in diesem Zusammenhang der Maria-Theresien-Taler, ein historisches Silberstück, das seit Jahrhunderten nachgeprägt und international gesammelt wird. Er zeigt exemplarisch, dass Sammlerleidenschaft durchaus eigene Preise hervorbringen kann für die typische Schillingmünze aus der Schublade bleibt jedoch der Silberwert der Maßstab.
Die praktische Konsequenz: Wer den möglichen Erlös grob überschlagen will, multipliziert das dokumentierte Feingewicht mit dem aktuellen Silberpreis pro Gramm. Liegt das Ergebnis deutlich über den Erwartungen oder handelt es sich um eine augenscheinlich makellose Gedenkmünze, lohnt eine fachliche Prüfung, bevor das Stück zum reinen Materialpreis abgegeben wird.
Warum Reinigen den Wert beeinträchtigen kann
Der vielleicht folgenschwerste Fehler beim Umgang mit Fundmünzen ist gut gemeint: das Aufpolieren angelaufener Stücke. Was optisch glänzt, verliert unter Umständen erheblich an Wert. Politur und aggressive Reinigungsmittel hinterlassen feinste Kratzer auf der Oberfläche, entfernen die natürliche Patina und können feine Prägedetails verwaschen lassen. Genau diese Merkmale entscheiden jedoch über den Erhaltungsgrad und damit darüber, ob ein Sammleraufschlag überhaupt infrage kommt. Eine einmal gereinigte Münze lässt sich nicht in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Erfahrene Prüfer erkennen nachträglich bearbeitete Oberflächen in der Regel sofort.
Dass eine Münze dunkel oder fleckig wirkt, ist übrigens kein Mangel, sondern häufig ein Zeichen ungestörter Alterung. Auch Drahtbürsten, Silberputztücher oder Hausmittel wie Essig und Zitronensäure zählen zu den typischen Wertvernichtern in bester Absicht. Für den reinen Materialankauf ist Putzen ohnehin unnötig, denn der Silbergehalt ändert sich durch das Anlaufen nicht. Wer seine Funde aufbewahren möchte, fasst sie am besten nur am Rand an und legt sie in ein weiches, trockenes Tuch oder geeignete Münzhüllen. Angelaufene oder verstaubte Stücke gehören unbehandelt in die Bewertung kein Sammler und kein seriöser Ankäufer erwartet blitzblanke Münzen: Originalzustand schlägt Hochglanz.
Nächste Schritte: Fundstücke richtig einordnen
Festzuhalten bleibt: Österreichische Schillingmünzen aus dem Nachlass oder der Sparbüchse sind weder automatisch ein Vermögen noch wertloser Nippes. Mit einer einfachen Sortierung nach Nennwert und Jahrgang, dem Abgleich der Prägedaten und dem Verzicht auf jede Reinigung schaffen Besitzer die Grundlage für eine realistische Einschätzung. Bei Unsicherheit hilft eine fachliche Bewertung spezialisierte Edelmetallhändler wie die Simply Way GmbH aus Innsbruck bestimmen Feingehalt und Gewicht nachvollziehbar und nennen den sich daraus ergebenden Ankaufspreis. Und wer sich zunächst nur informieren will, findet mit den genannten Prägedaten und den tagesaktuellen Ankaufswerten eine belastbare erste Orientierung ganz ohne Verkaufsdruck. So wird aus dem Schubladenfund keine Wundertüte, sondern eine gut informierte Entscheidung.